Crowdfinanzierung 2016: 145,2 Millionen Euro an Investitionen

Donnerstag den 20.04.2017 - Abgelegt unter: Brokernews, Crowdinvesting

Deutsche Portale für Crowdfinanzierung sammelten 2016 Gelder in Höhe von 145,2 Millionen Euro ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Für-Gründer.de. Im Vergleich zu 2015 entspricht das einem Plus vom 28 Prozent. Besonders das Crowdinvesting in Immobilien legte zu.

Crowdinvesting mit stärkstem Zuwachs

Die Studie unterteilt die Crowdfinanzierung in die Bereiche Crowdfunding, Crowdlending und Crowdinvesting. Untersucht wurde die Crowdfinanzierung in Deutschland.[1]

Das meiste Geld wurde 2016 über Crowdlending investiert, bei dem in der Regel Kredite von Privatperson zu Privatperson verliehen werden. 77 Millionen Euro wurden eingesammelt, das entspricht einem Plus von 15 Prozent.

Über Crowdinvesting wurden 58,8 Millionen Euro eingesammelt, was einem Plus von 58 Prozent im Vergleich zu 2015 entspricht. Damit ist in diesem Bereich der Zuwachs am größten. Beim Crowdinvesting investieren private Anleger zum Beispiel in Immobilienprojekte oder junge Unternehmen. Zumeist kommen dabei Nachrangdarlehen zum Einsatz.

Der kleinste Bereich bezogen auf das eingesammelte Kapital war 2016 das Crowdfunding mit 9,7 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 0,9 Prozent im Vergleich zu 2015. Beim Crowdfunding unterstützen Privatpersonen beispielsweise ein Unternehmen dabei, ein Projekt zu verwirklichen, und erhalten dafür im Gegenzug oft Vergünstigungen.

Immobilienprojekte 2016 besonders beliebt

Das Crowdinvesting verdankt den großen Zuwachs von 58 Prozent vor allem dem starken Interesse an Immobilienprojekten. 37,4 Millionen Euro investierte die Crowd 2016 in Immobilien, das sind satte 186 Prozent mehr als im Vorjahr. Die größte Plattform in diesem Bereich ist Exporo (21 Millionen Euro), gefolgt von Zinsbaustein (6,2 Millionen Euro), Zinsland (4,8 Millionen Euro) und Bergfürst (4,0 Millionen Euro).

Bei der Finanzierung von Start-ups gab es hingegen einen leichten Rückgang um 7 Prozent auf 15,8 Millionen Euro. Die führenden Plattformen in der Start-up-Finanzierung sind Companisto (9 Millionen Euro), Seedmatch (ca. 4 Millionen Euro), Conda (0,9 Millionen Euro) und Kapilendo (0,9 Millionen Euro). Ebenfalls erwähnenswert ist Aescuvest (0,6 Millionen Euro), das sich auf Unternehmen aus dem Medizinsektor spezialisiert hat.  

Portale, die sich auf „grüne Projekte“ spezialisiert haben, spielten mit 5,3 Prozent eine relativ geringe Rolle. Marktführer ist hier bettervest (1,6 Millionen Euro).

Weiteres Wachstum 2017?

Aller Voraussicht nach wird die Crowdfinanzierung 2017 weiter an Bedeutung gewinnen. Noch geben 53 Prozent der Befragten einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Immobilien Investment Plattform iFunded an, noch nie von Crowdfunding gehört zu haben.[2] Das zeigt, es ist noch Luft nach oben. Für-Gründer.de geht im Bereich des Crowdinvesting von einem Wachstum des eingesammelten Kapitals auf bis zu 70 Millionen Euro aus. Mehr über Crowdfinanzierung, die unterschiedlichen Portale und aktuelle Projekte erfahren Sie hier:


Weiterführende Links

[1] Für-Gründer.de – Crowdfinanzierung in Deutschland

[2] iFunded – Bekanntheit und Akzeptanz von Crowdfunding in Deutschland

FAZ – Die Crowd ist scharf auf Immobilien