Forex Trading: Devisenhandel für Privatanleger

Devisenspekulation: Ein Geschäft mit Relationen

Bei einem Währungsgeschäft erwerben Marktteilnehmer eine Währung „gegen die andere“. Vereinfacht dargestellt wird dabei in einer Währung ein Kredit aufgenommen, der dann in die andere Währung umgetauscht wird. Ein Fallbeispiel:

Am Forex Markt wird 1 Euro zu 1,30 US-Dollar gehandelt. Das bedeutet, dass für 1 Euro 1,3 US-Dollar bezahlt werden. Umgekehrt werden für einen Dollar knapp 77 Cent bezahlt. Ein Investor, der von einem sinkenden Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar ausgeht, leiht sich 1 Mio. Euro und tauscht diese in 1,3 Mio. Dollar um. Der Investor liegt mit seiner Einschätzung richtig und einen Tag später werden für einen Euro nur noch 1,28 US-Dollar bezahlt. Er tauscht deshalb 1,28 Mio. US-Dollar in 1 Mio. Euro um und zahlt den in Euro aufgenommenen Kredit vollständig zurück.

Der Gewinn dieses Geschäfts besteht in dem verbleibenden Dollar-Guthaben und beträgt 20.000 US-Dollar bzw. 15.625 Euro. Von diesem Gewinn müssen Zinsen im Umfang von ca. 100 Euro abgezogen werden, die für den Kredit in Euro über Nacht anfallen.

Forex: Gewinne in jeder Marktlage

Der besondere Reiz des Währungshandels in seiner heutigen Form besteht darin, Geschäfte in den obigen Größenordnungen auch mit kleinen und mittelgroßen Konten durchführen zu können. Beim Forex Trading wird der Kredit in der einen mit dem Guthaben in der anderen Währung laufend verrechnet.

Dadurch muss lediglich ein Bruchteil einer eingegangenen Marktposition tatsächlich aufgebracht werden. Diese „Margin“ dient als Sicherheitsleistung und beträgt je nach Broker und Währungspaar zwischen 0,25 und 2 Prozent des Marktwertes.

  • Mit 10.000 Euro 4 Mio. Euro im Markt bewegen
  • Große Hebelwirkung bietet riesiges Gewinnpotenzial

Das bedeutet, dass mit einem Kontoguthaben in Höhe von 10.000 Euro Positionen im Gegenwert von bis zu 4 Millionen Euro bewegt werden können. Bei einem typischen Forex-Geschäft wird 1 Prozent des Marktwertes einer Position als Margin hinterlegt.

Der geringe Kapitaleinsatz macht den Handel am Forex Markt nicht nur für viele Anleger erschwinglich, sondern bringt auch eine sehr große Hebelwirkung mit sich: Wird nur ein Bruchteil einer Position tatsächlich durch Eigenkapital gedeckt, reichen bereits kleine Marktbewegungen für sehr große Gewinne (oder Verluste). Bei einer 100fachen Hebelwirkung z.B. reicht eine Marktbewegung von 1 Prozent aus, um das eingesetzte Kapital zu verdoppeln (100 Prozent Gewinn) oder vollständig aufzuzehren (Totalverlust).