Kursformationen in Trendrichtung

Kein Trend verläuft dauerhaft wie im Lehrbuch: Früher oder später bilden sich innerhalb einer Trendbewegung charttechnische Formationen. Diese können den Trend sowohl bestätigen als auch infrage stellen. Fortsetzungsformationen deuten nicht nur auf eine Fortsetzung des bestehenden Trends hin, sondern liefern auch Hinweise auf das noch bestehende Potenzial.

Fortsetzungsformationen werden auch als Konsolidierungsformationen oder Trendbestätigungsformationen bezeichnet. Die Formationen treten innerhalb bestehender Trends auf und sind ein starkes Indiz dafür, dass der Markt lediglich eine „Verschnaufpause“ einlegt und sich im Anschluss daran weiter in die vorherige Richtung entwickeln wird.

Notwendige Bedingung für das Auftreten von Fortsetzungsformationen ist deshalb ein bestehender Trend. Fortsetzungsformationen sind relativ kurzfristiger Natur.

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Symmetrische Dreiecke als Konsolidierungsformation

Der Großteil der einschlägigen Literatur sieht in Dreiecken den wichtigsten Teil von trendbestätigenden Kursformationen. Bekannt sind symmetrische, aufsteigende, absteigende und umgekehrte Dreiecke. Letztere treten allerdings überwiegend als Umkehrformationen auf.

Die Bezeichnung als Dreieck geht auf Hilfslinien zurück, die in den Chart gezeichnet werden und das charakteristische Bild ergeben.

Beim symmetrischen Dreieck verläuft die Konsolidierung des Marktes bei sukzessive abnehmender Volatilität. Der Markt verläuft seitwärts, wobei die Hochs und Tiefs immer näher aneinander liegen.

Entlang der Tiefs der Konsolidierung wird eine aufsteigende, entlang der Hochs eine absteigende Linie gezogen. Wenn beide Linien (ungefähr) mit derselben Steigung verlaufen ergibt sich daraus ein symmetrisches Dreieck.

Der Ausbruchspunkt eines Dreiecks

Da ein Dreieck aus zwei Geraden besteht (geometrisch besteht es natürlich aus drei Geraden, die Basis wird aber im Kontext der Charttechnik nicht eingezeichnet) sind jeweils zwei obere und zwei untere Umkehrpunkte erforderlich. Tritt ein symmetrisches Dreieck in einem Aufwärtstrend auf, ist ein Ausbruch nach oben wahrscheinlich. Analog gilt dies für Abwärtstrends.

Der Ausbruch gilt als erfolgt, wenn der Markt in Trendrichtung aus dem Dreieck ausbricht. Der Ausbruchspunkt sollte bei 65 % bis 75 % der horizontalen Distanz des Dreiecks erfolgen. Die Vertikaldistanz des Dreiecks wird zum Ausbruchspunkt hinzuaddiert (bzw. subtrahiert in Abwärtstrends) und ergibt so das charttechnische Kursziel der Formation.

Ein Ausbruch aus einer Dreiecksformation ist umso aussagekräftiger, je mehr Indizien ihn begleiten. Vor allem die Handelsumsätze im Basiswert sind dabei relevant. Innerhalb des Dreiecks sollten die Umsätze abnehmen. Um den Ausbruch herum sollte dagegen ein deutlicher Anstieg der Umsätze erkennbar sein.

Kommt es zu einer Rückkehrbewegung in Richtung der Formation sollten die Umsätze wieder sinken und erst bei wieder in Trendrichtung ansteigenden Kursen erneut steigen. Die Umsätze innerhalb der Formation sollten genauer betrachtet werden. In einem Aufwärtstrend sollten die Umsätze bei Aufwärtsbewegungen innerhalb des Dreiecks höher sein als bei Abwärtsbewegungen.

Aufsteigende und absteigende Dreiecke

Aufsteigende Dreiecke unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht wesentlich von symmetrischen Dreiecken. Sie sind gekennzeichnet durch eine waagerechte obere Dreieckslinie und eine ansteigende untere Linie.

Die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs nach oben ist bei aufsteigenden Dreiecken besonders hoch, da auch innerhalb der Formation die Kräfte der Käufer die der Verkäufer überwiegen. Aufsteigende Dreiecke treten in Aufwärtstrends auf. Absteigende Dreiecke sind das Analogon zu aufsteigenden Dreiecken und treten in abwärts gerichteten Marktbewegungen auf.

Sonderfall umgekehrtes Dreieck

Eine besondere Variante des Dreiecks ist das sogenannte Megaphon Top. Es wird auch als Broadening Top (zu Deutsch in etwa: sich verbreiterndes Hoch) oder als umgekehrtes Dreieck bezeichnet. Anders als bei allen anderen Dreieckstypen divergieren die beiden Dreieckslinien, laufen also immer weiter auseinander.

Bei einem lehrbuchhaften Verlauf wird die Ausweitung der Kursausschläge von einem steigenden Volumen begleitet. Umgekehrte Dreiecke treten häufig in von psychologischen Aspekten dominierten Marktsituationen auf. Sehr häufig markieren sie das Ende einer Hausse oder sogar einer spekulativen Blasenbildung.

Flaggen und Wimpel

Während Dreiecke verhältnismäßig ausgeprägte Konsolidierungsphasen darstellen, markieren Flaggen und Wimpel eine sehr kurzfristige Unterbrechung des vorherrschenden Trends. Flaggen und Wimpel treten meistens in sehr starken Trends auf. Beide Fortsetzungsformationen sind sich sehr ähnlich und gelten als sehr zuverlässig.

Eine bullishe Flagge gleicht einem Rechteck mit zwei parallelen Geraden, die gegen die vorherrschende Trendrichtung gerichtet sind. Dementsprechend sind jeweils mindestens zwei Hoch- und Tiefpunkte innerhalb der parallel verlaufenden Linien notwendig.

Der Ausbruch erfolgt durch Anbruch der oberen Trendlinie. Die Umsätze sollten innerhalb der Formation von einem sehr hohen Niveau aus stark zurückgehen und bei einem Ausbruch in Trendrichtung wieder stark ansteigen.

Ein bullisher Wimpel ist leicht mit einem kleinen (symmetrischen) Dreieck zu verwechseln. Es besteht aus zwei aufeinander zulaufenden Linien. Die Konsolidierung erfolgt mit zunehmender Dauer der Formation somit bei sukzessive abnehmender Volatilität.

Anders als bei Dreiecken spielt die vertikale der Formation für die charttechnische Kurszielbestimmung allerdings keine Rolle: Sowohl Flaggen als auch Wimpel treten tendenziell etwa auf der Hälfte der gesamten Trendbewegung auf. Die Eselsbrücke lautet dazu: „Flaggen und Wimpel wehen auf Halbmast“.

Keile und Rechtecke

Keilformationen treten in Aufwärts- und Abwärtstrends auf und ähneln auf den ersten Blick Dreiecken, da sie durch zwei konvergierende Linien konstruiert werden und der Ausbruch in Trendrichtung erfolgt. Bei Keilformationen richtet sich die Konsolidierung jedoch stärker gegen den vorherrschenden Trend als bei Dreiecksformationen. Deshalb erfolgt der Ausbruch aus einem fallenden Keil nach oben und der Ausbruch aus einem steigenden Keil nach unten.

Rechteckformationen werden auch als Trading Range (zu Deutsch schlicht „Handelsspanne) bezeichnet. Die Konsolidierungsphase verläuft dabei innerhalb zweier parallel verlaufender Linien.

Rechtecke werden in Trendrichtung aufgelöst, wenn der Ausbruch in diese Richtung erfolgt. Die Formation kann allerdings auch einen oberen Wendepunkt darstellen und bei einem Ausbruch gegen die vorherige Trendrichtung einen Trendwechsel einläuten. Deshalb kommt bei der Analyse der Formation den Handelsumsätzen im Basiswert eine besondere Bedeutung zu.

Tritt ein Rechteck nach einem Aufwärtstrend auf, sollten die Umsätze bei steigenden Kursen innerhalb des Rechtecks signifikant höher liegen als bei fallenden Kursen. Die Rechteckformation ist die einzige Konsolidierungsformation, bei der sich Trades innerhalb der Trading Range lohnen.