Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnitte sind einfache, aber sehr effektive Hilfsmittel und liefern leicht verständliche Handelssignale. Sie bilden zudem die Grundlage vieler trendfolgender Handelssysteme. Die meisten Trader machen ihre ersten Erfahrungen mit technischen Indikatoren anhand gleitender Durchschnitte.

Ein einfacher gleitender Durchschnitt – im Englischsprachigen und in den meisten Chartanalyseprogrammen als Simple Moving Average, kurz auch SMA bezeichnet – gibt das arithmetische Mittel des Kurses der letzten n Perioden an. Bei den Perioden kann es sich um Tage, Wochen, Stunden oder Minuten handeln.

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Was ist ein gleitender Durchschnitt?

Ein einfaches Beispiel ist ein 10-Tage-SMA. Der Wert des SMAs gibt das arithmetische Mittel der Schlusskurse der vergangenen zehn Handelstage an.

Alle Kurse gehen mit der gleichen Gewichtung in den Durchschnitt ein. Am Ende des darauffolgenden Handelstages wird der am weitesten in der Vergangenheit liegende Kurs durch den Kurs des neuen Handelstages ersetzt.

Es muss nicht zwingend der Schlusskurs jeder Periode verwendet werden. In den meisten Chartprogrammen kann auch der Höchstkurs, der niedrigste Kurs oder ein Mittelkurs der jeweiligen Periode verwendet werden. Der Wert des gleitenden Durchschnitts wird als Linie dargestellt.

Welche Eigenschaften hat ein gleitender Durchschnitt?

Gleitende Durchschnitte haben einige spezifische Eigenschaften, die für die Analyse des Marktes sehr nützlich sind. Aus der Berechnungsmethode resultiert der Charakter von gleitenden Durchschnitten als Trendfolgeindikatoren. Der gleitende Durchschnitt läuft seinem Markt stets hinterher und wird deshalb häufig auch als geglättete Trendlinie betrachtet.

In der einfachsten Interpretation liegt ein Kaufsignal vor, wenn der Markt seinen gleitenden Durchschnitt von unten nach oben durchbricht.

Ein Verkaufssignal liegt demnach vor, wenn der Markt von oben durch den gleitenden Durchschnitt bricht. In der Praxis wird diese sehr einfache und ungefilterte Variante allerdings nur noch im Zusammenhang mit der 200 Tage Linie angewandt, die als Indikator für mittelfristige Investments gilt.

Je kürzer der Durchschnitt, desto sensitiver ist er

Gleitende Durchschnitte reagieren umso sensitiver auf Marktveränderungen, je kürzer sie sind. Ein einfacher Durchschnitt mit lediglich zehn Tagen Länge reagiert bereits auf relativ moderate Kursausschläge mit einem Richtungswechsel.

Der Einsatz kurzer gleitende durchschnitte führt deshalb zu einer großen Anzahl von Handelssignalen mit einer entsprechend hohen Fehlerquote.

Lange gleitende Durchschnitte sind dagegen ausgesprochen träge und reagieren nur mit erheblicher Verzögerung auf Richtungswechsel des Marktes. Das reduziert das Risiko von Fehlsignalen deutlich, führt aber auch zu einer sehr späten Reaktion auf eine Umkehrung des Trends.

Ohne weitere Maßnahmen müssen Trader deshalb damit rechnen, das Ende eines Trends erst verspätet wahrzunehmen und dadurch einen großen Teil angelaufener Gewinne wieder abzugeben.

Handelssignale mit mehreren gleitenden Durchschnitten

Eine häufig angewandte Methode zur Optimierung dieses Zielkonflikts zwischen langen und kurzen gleitenden Durchschnitten besteht im Einsatz zweier Durchschnitte mit unterschiedlicher Länge. So kann z. B. ein Durchschnitt mit 7 und ein weiterer mit 21 Tagen Länge verwendet werden.

Ein Kaufsignal wird erzeugt, wenn der kürzere Durchschnitt den längeren Durchschnitt von unten nach oben durchkreuzt. Fällt der kürzere Durchschnitt unter den längeren liegt ein Verkaufssignal vor.

Auch Systeme mit drei oder sogar noch mehr gleitenden Durchschnitten sind prinzipiell möglich. Letztendlich kommt es immer darauf an, eine Durchschnittslänge zu finden die weder zu sensitiv noch zu träge ist.

Das ist eine der wesentlichen Aufgaben von Backtests mit historischen Kursdaten die für jeden Markt separat durchzuführen und deren Ergebnisse regelmäßig an veränderte Bedingungen anzupassen sind.

Gewichtete Durchschnitte

Dabei kommen nicht nur einfache, sondern auch gewichtete gleitende Durchschnitt in Betracht. In den meisten Chartprogrammen finden sich linear und exponentiell gewichtete Durchschnitte.

In beiden Fällen werden jüngere Kurse stärker gewichtet als ältere Kurse. Dadurch reagiert der Durchschnitt sensitiver auf Kursveränderungen.

Zur Konstruktion: Bei einem linear gewichteten gleitenden Durchschnitt mit 20 Perioden wird der Kurs des 20.

Tages mit dem Faktor 20 multipliziert, der Kurs des 19 Tages mit dem Faktor 19, der Kurs des 18. Tages mit dem Faktor 18 usw. Bei exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitten kann dem letzten Tag eine höhere oder niedrigere Gewichtung zugeordnet werden. In den Parametereinstellungen gängiger Chartprogramme ist das problemlos möglich.


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