Fundamental- vs. technische Analyse im CFD-Trading

Spekulation verspricht nur Erfolg, wenn der Einstieg in Märkte auf einer profunden analytischen Basis beruht. Es gibt zwei grundsätzliche Herangehensweisen zur Erarbeitung von Prognosen über die künftige Kursentwicklung an den Finanzmärkten.

Neben der Fundamentalanalyse, die volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Aspekte betrachtet, wird die Technische Marktanalyse eingesetzt, die allein den Kursverlauf als maßgeblich für Prognosen erachtet.

Die Fundamentalanalyse betrachtet im ersten Schritt das gesamtwirtschaftliche Umfeld. Von besonderer Bedeutung sind dabei Konjunkturindikatoren wie z. B. der Auftragseingang in der Industrie, die Ausgaben der privaten Haushalte und die Investitionsneigung von Unternehmen. Auch das Zinsumfeld sowie Handels- und Leistungsbilanzen sind Gegenstand der Fundamentalanalyse.

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Für Privatanleger ist die Technische Analyse maßgeblich

Im zweiten Schritt werden betriebswirtschaftliche Kennzahlen analysiert, die sich vorwiegend auf die Bilanzen börsennotierter Unternehmen stützen. Neben der allgemeinen Gewinn- und Umsatzentwicklung spielt dabei insbesondere die Bewertung von Aktien durch die Börse eine Rolle. So wird das Verhältnis von Marktwert und Cashflow oder von Marktwert und Umsatz berechnet.

Für Privatanleger ist die Fundamentalanalyse aus zwei Gründen sehr viel weniger für den Einsatz im CFD Handel geeignet als die Technische Analyse. Erstens ist der Aufwand zur Durchführung der Analyse sehr viel größer, weil große Datenmengen betrachtet und ständig neue Daten in die Analyse integriert werden müssen.

Zweitens eignet sich die Fundamentalanalyse vornehmlich für mittel- und langfristige Markteinschätzungen und kaum für Prognosen in der kurzen Frist, die sehr viel stärker durch markttechnische und psychologische Aspekte gekennzeichnet ist.

Die technische Analyse ist leichter zu erlernen und funktioniert in jedem Markt gleich

Die Technische Analyse fokussiert dagegen ausschließlich den Kursverlauf eines Marktes und betrachtet allein diesen als maßgeblich für die künftige Kursentwicklung. Die TA ermöglicht eine sehr präzise und auch auf kurze Sicht aussagekräftige Einschätzung der wahrscheinlichen Marktentwicklung und ist deshalb für den Einsatz im aktiven und kurzfristigen CFD Handel sehr viel besser geeignet als die Fundamentalanalyse.

Ein weiterer Vorteil der TA: Sie funktioniert in jedem Markt gleich. Während bei der Fundamentalanalyse die Besonderheiten von Rohstoffmärkten (z. B. witterungsbedingte Schwankungen, geopolitische Abhängigkeiten etc.), Aktienmärkten und allen anderen Anlageklassen gesondert berücksichtigt werden müssen können die Instrumente der TA in allen Assetklassen ohne Anpassung eingesetzt werden.

Das für die Anwendung der Technischen Analyse notwendige Equipment liefern die meisten CFD Broker ihren Kunden frei Haus: Fast alle Handelsplattformen sind mit Charttools, Indikatoren und sehr häufig auch der Möglichkeit zur Entwicklung und zum Test mechanischer Handelssysteme ausgestattet. 

Die Fundamentalanalyse: Die wichtigsten Indikatoren und ihre Bedeutung

Kurzfristig wird das Geschehen an den Finanzmärkten durch markttechnische und psychologische Kräfte bestimmt. Langfristig sind dagegen die Fundamentaldaten entscheidend: Konjunktur und Wachstum, Beschäftigung und Unternehmensgewinne sowie die Verbraucherpreise beeinflussen die Kurse.

Es würde an dieser Stelle viel zu weit führen, alle regelmäßig veröffentlichten Konjunkturdaten näher zu erläutern. Da die Finanzmärkte global vernetzt sind müssten dann grundsätzlich alle wichtigen Indikatoren der großen Industrie- und Schwellenländer betrachtet werden.

Davon gibt es mindestens einige hundert, nahezu täglich werden irgendwo Daten zu irgendeinem Sachverhalt veröffentlicht. Nachfolgend soll deshalb nur auf die wichtigsten Konjunkturindikatoren für Deutschland und die USA eingegangen sowie einige weitere regelmäßige Veröffentlichungen hingewiesen werden.

Die wichtigsten Konjunkturindikatoren für Deutschland

Zu den wichtigsten Konjunkturindikatoren in Deutschland gehört der ifo-Geschäftsklimaindex, der einmal pro Monat durch das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlicht wird. Für den Indikator werden jeden Monat ca. 7000 Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Bauhauptgewerbe und dem Groß- und Einzelhandel befragt.

Die Unternehmen werden nach ihrer gegenwärtigen Geschäftslage und ihren Erwartungen für die nächsten sechs Monate befragt. Fällt der Index drei Monate in Folge, deutet das auf eine Rezessionen. Steigt der Index drei Monate in Folge, ist das der gängigen Interpretation zufolge ein Indiz für einen Konjunkturaufschwung.

Auch der Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) kann die Märkte in Deutschland bewegen. Die GfK befragt einmal pro Monat 2000 Personen zu ihren Erwartungen im Hinblick auf ihr persönliches Einkommen und ihre Anschaffungsneigung. Die Teildaten zur Anschaffungsneigung gelten als wichtigster Aspekt des GfK Konsumklimaindexes.

Der ZEW Index wird monatlich durch das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung veröffentlicht. Es handelt sich um einen Umfrageindex unter Finanzmarktexperten. Der Index schwankt im Zweitverlauf relativ stark, was auch an der Berechnungsmethode liegt. Für den Index werden positive und negative Konjunkturdaten schlicht saldiert.

Konjunkturindikatoren für die USA

Die Konjunkturentwicklung in den Vereinigten Staaten gibt nach wie vor die Taktfrequenz an den internationalen Finanzmärkten vor. Von besonderer Bedeutung für die US-Konjunktur ist der private Konsum und dadurch mittelbar auch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Deshalb genießen die wöchentlich durch das US-Arbeitsministerium veröffentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosigkeit an den Märkten große Aufmerksamkeit.

Ebenso bedeutsam ist die monatlich veröffentlichte Anzahl der in den USA neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Hier ist ein Blick für amerikanische Verhältnisse nötig: als wirklich positiv gilt eine Entwicklung mit mehr als 300.000 neu geschaffenen Stellen pro Monat.

Relevant ist ferner das monatlich veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen. Ebenso wie bei den Statistiken zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gibt es mittlerweile diverse private Datenanbieter. Wenn in der medialen Berichterstattung vom US-Verbrauchervertrauen die Rede ist bezieht sich das auf die Veröffentlichung der Universität Michigan.

Fundamentalanalyse für Privatanleger zu aufwändig

Für alle Konjunkturindikatoren gilt, dass sie insbesondere dann signifikante Marktbewegungen begründen können, wenn die Daten wesentlich anders ausfallen als durch die Marktteilnehmer erwartet. Vor allem in konjunkturellen Seitwärtsphasen fallen die Indikatoren häufiger widersprüchlich aus.

Für Privatanleger sind umfangreiche Fundamentalanalysen der Finanzmärkte und einzelner Länder und Regionen aufgrund des beträchtlichen Aufwands kaum möglich. Die Fundamentalanalyse kann zwar übergeordnete realwirtschaftliche Trends relativ früh erkennen.

Sie vermag aber keine Aussage darüber zu treffen wie und vor allem zu welchem Zeitpunkt sich diese auf die Kursentwicklung an den Aktien- oder Anleihemärkten auswirken. Da für den Handel mit CFDs eine gewisse zeitliche Präzision erforderlich ist kommt die Fundamentalanalyse als alleiniges Entscheidungskriterium deshalb nicht in Betracht.


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