Trader-Psychologie: Fallstricke auf dem Weg nach oben

Die meisten Trader scheitern nicht am Markt, sondern an sich selbst. Es gibt zahlreiche mentale Fallstricke die den Blick auf das Wesentliche verbauen und zu irrationalem Anlageverhalten führen. Durch die jüngsten Entwicklungen im Bereich Social Trading haben sich diese Risiken vergrößert.

Gier ist ein großes Problem im Zusammenhang mit Spekulation. Viele Trader wollen zu schnell zu viel Geld verdienen und scheitern anschließend an der Realität. Die Gier nach dem schnellen Geld führt meistens zu zwei Fehlern.

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Die drei Probleme der Gier

Erstens werden zu hohe Einsätze getätigt, die die persönliche Schmerzgrenze deutlich überschreiten. Zweitens wird; wenn sich der Markt nicht wie gewünscht entwickelt, die Verlustbegrenzung nicht konsequent genug befolgt, weil dann die schmerzhaft hohen Verluste endgültig realisiert werden müssen.

Drittens werden zu viele Trades getätigt, weil auch Handelssignale mittelmäßiger Qualität im Wunsch nach schnellem Profit in Positionen umgesetzt werden. Auch zu hoch angesetzte Finanzhebel fallen in die Kategorie „zu großer Einsatz“.

Die persönliche Schmerzgrenze ist ausgesprochen wichtig. Sie ist bei jedem Menschen individuell und versteht sich als der Betrag, ab dem Verluste einen so großen „persönlichen Schmerz“ verursachen, dass es zu irrationalen Handlungen kommt. Eine dieser irrationalen Handlungen ist das Bilden mentaler Konten und das Umbuchen von Verlusten.

Mentale Kontenbildung

Ein Fallbeispiel. Ein Trader eröffnet eine Position im DAX-CFD bei einem Indexstand von 8000 Punkten. Der Markt fällt um 5 % auf 7600 Punkte. Das ist dem Trader zu viel und sehr ärgerlich, weil die Distanz bis zur Gewinnschwelle sehr weit ist. Schließlich müsste der Markt dazu um rund 5,3 % zulegen.

Er hat eine Idee: Er kauft weitere fünf Kontrakte mit einem Eröffnungskurs von jeweils 7600 Punkten. Der durchschnittliche Einstandskurs sinkt dadurch von 8000 Punkten auf 7667 Punkte. Um die Gewinnschwelle zu erreichen reicht nun ein Kursanstieg um knapp 0,9 %.

Der Trader macht es sich in diesem Beispiel mental sehr bequem. Aus dem sehr schmerzhaften Verlust von 400 Punkten wird ein erträglicher Abstand zur Gewinnschwelle von 0,9 %. In der verzerrten Wahrnehmung wird ausgeblendet, dass das Gesamtrisiko der Position drastisch erhöht wurde und dass weitere Kursverluste den Kontostand enorm strapazieren können.

Social Trading: Angst vor den Gewinnen anderer

Auf solche Social Trading-Portalen werden Handelsstrategien und Signale geteilt wie in konventionellen sozialen Netzwerken Nachrichten und Bilder. Die neue Art des Handels hat auch Auswirkungen auf psychologische Aspekte des Handels.

Frei nach Kostolany gibt es nur eines, was Spekulanten mehr fürchten als eigene Verluste: Anderen untätig beim Gewinnen zusehen zu müssen.

Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Positionen nur eröffnet werden weil viele andere Nutzer des Portals dies tun oder aber weil Freunde und Bekannte ihre Positionen veröffentlicht haben und diesen ein Gewinn nicht ohne eigenen Gewinn in vergleichbarem Umfang „gegönnt“ wird.

Kontrollillusion nach Erfolgsperioden

Besonders tückisch sind psychologische Aspekte nach längeren Erfolgsperioden. Früher oder später stellt sich bei fast jedem Trader zumindest einmal im Leben eine Kontrollillusion ein, bei der geglaubt wird, das Geschehen an den Märkten vollständig und hintergründig durchblickt zu haben.

Im schlimmsten Fall wird dann auf die notwendigen Maßnahmen zur Verlustbegrenzung und und Teile des Risikomanagements verzichtet. Früher oder später platzt die Illusion ohnehin – am besten ohne bzw. mit beherrschbaren Verlusten.


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