Weitere Handelsstrategien im CFD-Trading

Neben Trendfolgestrategien, Ausbruchstrategien und Swing Trading gibt es einige weitere weit verbreitete Handelsansätze. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, alle bekannten Strategien bzw. Ansätze aufzuführen. Dabei gilt es nicht zuletzt die Problematik zu berücksichtigen, dass viele identische oder ähnliche Ansätze unter mehreren verschiedenen Bezeichnungen kursieren.

Die nachfolgende Übersicht beschränkt sich deshalb auf einschlägig bekannte Begriffe.

CFD-Broker für jede Handelsstrategie

Für jede Handelsstrategie gibt es den passenden CFD-Broker – angefangen von den geringsten Spreads und Transaktionskosten für die bevorzugten Basiswerte über den maximalen Hebel, die Finanzierungskosten bis hin zu den Sicherungssystemen und der Einlagensicherung des Handelskontos. Unser Vergleich hilft bei der Wahl des passenden Anbieters:


Fibonacci-Strategie

Nahezu jede Chartingsoftware ermöglicht das Einzeichnen von sogenannten Fibonacci Retracements. Retracement bedeutet frei übersetzt in etwa „Kursrückgang“, wobei es sich dabei sowohl um steigende als auch um fallende Kurse handeln kann. Charakteristisch für ein Fibonacci Retracement ist, dass es die prozentuale Umkehr einer vorangegangenen Kursbewegung misst.

Ein Beispiel: Hat der Deutsche Aktienindex im Zuge einer homogenen Kursbewegung von 7000 auf 8000 Punkte zugelegt, wird das Fibonacci Retracement im Bereich von 7000-8000 Punkten eingezeichnet, wobei das 0 % Fibonacci Retracement bei 8000 Punkten und das 100 % Fibonacci Retracement bei 7000 Punkten angesetzt wird.

Das Retracement misst, in welchem Umfang eine vorangegangene Kursbewegung durch eine nachfolgende Korrektur rückgängig gemacht wird.

Sinkt der Kurs bis auf 7000 Punkte zurück, wurde die Kursbewegung vollständig neutralisiert, was einem Fibonacci Retracement von 100 % entspricht. Erfolgt vom Level von 8000 Punkten aus dagegen gar keine Korrektur wurde die vorangegangene Kursbewegung trivialerweise zu 0 % rückgängig gemacht.

Die Extremwerte von 0 % und 100 % spielen in der Praxis allerdings keine Rolle. Maßgeblich sind vielmehr die Fibonacci Retracements von 38,2 %, 50,0 % und 61,8 %. Empirisch betrachtet enden Marktkorrekturen sehr häufig im Bereich dieser Fibonacci Retracements.

Das ist keinesfalls Zufall oder Lesen aus der Glaskugel: Das Potenzial einer Korrektur richtet sich naturgemäß im wesentlichen nach der Stärke der vorangegangenen Bewegung. Bei einem starken Trend reicht ein Kursrückgang von knapp 40 % offenbar häufig genug aus um genügend Marktteilnehmer wieder optimistisch im Hinblick auf eine Fortsetzung des Trends zu stimmen.

Die drei Retracement-Marken werden als Widerstände bzw. Unterstützungen eingestuft. Darüber hinaus geben sie bei der späteren Fortsetzung des ursprünglichen Trends ein Anhaltspunkt dafür, wie stark der Trend tatsächlich ist. Kommt es vor einem Durchbruch durch das 38,2 % Retracement zu einer Wiederaufnahme des Trends gilt dieser als sehr stark. Selbst wenn der Trend sich erst beim 61,8 % Fibonacci Retracement fortsetzt gilt der Trend noch als intakt.

Turtle-Strategie

Die Turtle Strategie gilt in der Traderszene als Legende: Die wenigsten wissen wirklich, was sich dahinter verbirgt. Tatsache ist: in den 1980 er Jahren schafften es einige Investoren durch die Anwendung der Turtle Strategie sehr hohe Gewinne in verschiedenen Märkten zu erwirtschaften. Die Grundidee bestand darin, sehr einfache Handelssignale zu konstruieren die jedermann einfach nachvollziehen können sollte. Zumindest in der 1980er Jahren funktionierte das Prinzip offenbar sehr erfolgreich.

In der simpelsten Form sieht die Turtle Strategie die Eröffnung einer Longposition beim Erreichen eines neuen 20-Tage-Hochs vor. Der Ausstieg aus der Position erfolgt beim Erreichen eines neuen 10-Tages-Tiefs. Für Shortpositionen gilt dasselbe Konzept spiegelverkehrt. Die Turtle Strategie wird auf alle Zeithorizonte angewandt. In der einschlägigen Literatur sowie in der finanzmedialen Berichterstattung wird insbesondere die Kombination eines 55-Tage-Hochs und eines 20-Tage-Tiefs häufig genannt.

Letztlich handelt es sich somit um eine sehr einfach konzipierte Trendfolgestrategie, die in starken Trendphasen – egal in welche Richtung – hohe Gewinne erwirtschaften kann. In der oben dargestellten Form verzichtet der Ansatz allerdings vollständig auf weitere Filter für das Auslösen von Handelssignalen. Dadurch ist insbesondere in seitwärts tendierenden Märkten mit einem großen Anteil von Fehlsignalen zu rechnen. Das Handelskonto sollte auf 5-15 Positionen aufgeteilt werden, die die angegebenen Kriterien erfüllen.

Volatilitätsstrategie

Die Volatilität ist eine der wichtigsten Zustandsbeschreibungen von Märkten. Nicht nur deshalb erscheint es mehr als gerechtfertigt, Handelsansätze auf Basis der Schwankungsintensität der Märkte zu entwickeln. Unter der Bezeichnung Volatilitätsstrategie kursieren allerdings verschiedene methodische Ansätze, die untereinander zum Teil wenig gemein haben.

In jüngster zur Zeit taucht der Begriff häufig im Zusammenhang mit binären Optionen auf, deren außerbörslicher Handel in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat. In diesem Kontext wird eine Volatilitätsstrategie als Ansatz definiert, bei dem sowohl eine Calloption als auch eine Putoption auf denselben Basiswert eröffnet wird.

Derlei kombinierte Positionen sind auch im klassischen Optionshandel seit langem üblich, können aber mit CFDs kaum umgesetzt werden.

Im Kontext des CFD Handels zielen Volatilitätsstrategien vielmehr darauf ab, ungewöhnlich starke Änderungen der Marktvolatilität als primäres oder sekundäres Handelssignal zu nutzen. Der bekannteste Fall dürfte die gezielte Spekulation auf einen Crash sein.

Fällt der Markt bei zugleich deutlich ansteigender Volatilität stark, kann sich eine Shortposition in Erwartung noch weiter fallender Kurse lohnen. In den vergangenen Jahren war damit – einen raschen Einstieg mit kühlem Kopf vorausgesetzt – durchaus Geld zu verdienen.

Wird die Volatilität als sekundäres Handelssignal bzw. Filter in Kombination mit anderen Handelsstrategien eingesetzt kann sie die Handelsergebnisse deutlich verbessern.

So kann etwa bei Ausbruchstrategien ein Anstieg der Volatilität im unmittelbaren zeitlichen Umfeld des charttechnischen Ausbruchs zur Bedingung für das Auslösen von Handelssignalen gemacht werden.

Divergenzstrategie

Bei Divergenzstrategien wird nach Divergenzen zwischen dem Kursverlauf und einem technischen Indikator gesucht, denen eine signifikante Aussagekraft im Hinblick auf Änderungen des Trendverlaufs nachgesagt wird. Besonders relevant sind dabei neue Hochs bzw. Tiefs im Markt, die durch den Indikator nicht bestätigt werden.

Solche Divergenzen deuten darauf hin, dass der bestehende Trend eine Phase der Abschwächung durchläuft, die einer ausgeprägten Korrektur bzw. einem vollständigen Trendwechsel fast immer vorangeht.

Momentumstrategie

Momentumsstrategien basieren auf der Betrachtung der inneren Stärke des Marktes und damit dem Vergleich der Stärke der aktuellen Kursbewegung mit der Stärke der früheren Kursbewegung. Es geht ausdrücklich nicht um den Vergleich zu verschiedene Märkte zueinander.

Die Grundannahme: die Märkte, die aktuell die stärkste Dynamik aufweisen sollten auch in der nahen Zukunft eine günstige Wertentwicklung erwarten lassen.

Bei großen Märkten wie z. B. Blue Chip-Aktien ist dies auch sehr häufig der Fall, da eine Aktie, die in der vergangenen Woche in einem neutralen Gesamtmarkt um z. B.  10 % zugelegt hat in der Folgewoche selten deutlich verliert.

Bei kleineren Märkten gilt dies so in der Regel nicht. Ein weiterer Vorteil von Momentumstrategien: Die besonders großen und langfristigen Supertrends im Markt kündigen sich fast immer frühzeitig durch ein hohes Momentum an. Trader sind dann zu einem frühen Zeitpunkt dabei und können von den stärksten Kursbewegungen am Markt profitieren.

Natürlich funktionieren Momentumstrategien vor allem in ausgeprägten Trendmärkten gut. In seitwärtsgerichteten Marktphasen werden viele Fehlsignale erzeugt, weil nur wenige Märkte eine tatsächliche innere Dynamik aufweisen.

Heben sich einzelne Aktien signifikant vom Gesamtmarkt ab kann die Eröffnung einer Alphaposition sinnvoll sein. Dabei wird eine Longposition in einem CFD auf eine Aktie und zugleich eine Shortposition in einem CFD auf den Gesamtmarkt eröffnet.

Das hohe Momentum eines starken Marktes äußert sich häufig auch darin, dass bei starken Verlusten im Gesamtmarkt nur sehr geringe Verluste im Einzelwert anfallen. Mit Alphastrategien können Trader davon profitieren.