Was sind Trendfolgestrategien?

Trendfolgestrategien gehören zu den am häufigsten eingesetzten systematischen Handelsansätzen überhaupt. Allen Strategien ist gemein, dass Signale in Richtung eines identifizierten Trends generiert werden. Trendfolgende Strategien können auf gleitenden Durchschnitten sowie auf charttechnischen Methoden basieren.

Trendfolgestrategien basieren auf einer der Grundannahmen der Technischen Analyse: Hat sich im Markt erst einmal ein intakter Trend etabliert, setzt dieser sich mit einer signifikant größeren Wahrscheinlichkeit fort als dass er endet. Die primäre Aufgabe einer Trendfolgestrategie besteht deshalb in der Definition eines Trends.

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Den Trend erkennen und handeln

Trendfolgestrategien können auf einer Kombination aus mehreren gleitenden Durchschnitten basieren. Ein einfaches Beispiel: es werden zwei gleitende durchschnitte mit 10 und 20 Periodenlängen verwendet. Ein Kaufsignal wird generiert, wenn der 10-Perioden-Durchschnitt den 20-Perioden-Durchschnitt von unten nach oben kreuzt. Ein Verkaufssignal liegt analog vor, wenn der kürzere Durchschnitt den längeren von oben nach unten kreuzt.

Unterscheiden sich zwei gleitende Durchschnitte ausschließlich anhand der Anzahl der zur Berechnung verwendeten Perioden wird der kürzere Durchschnitt stets volatiler verlaufen als der längere Durchschnitt. Deshalb wird der schnellere Durchschnitt auch als Signallinie oder Trigger bezeichnet.

Die Sensitivität ist der Zielkonflikt ihrer Trendfolgestrategie

Eine Trendfolgestrategie kann per definitionem Handelssignale erst zu einem relativ späten Zeitpunkt generieren. Wie schnell ein Handelssystem auf Veränderungen der Marktrichtung reagiert hängt von der Sensitivität ab. Je weniger Perioden für gleitende Durchschnitte verwendet werden bzw. je stärker die jüngeren Kurse gegenüber den älteren in der Gewichtung bevorzugt werden desto häufiger kommt es zu Handelssignalen. Das führt einerseits dazu, dass Positionen bereits in einem sehr frühen Stadium neuer Trends eröffnet werden. Andererseits erhöht sich dadurch auch das Risiko von Fehlsignalen, da Engagements auch in Trends eingegangen werden, die noch keine hinreichende Stabilität aufweisen.

Dieser Zielkonflikt zwischen einem frühzeitigen Handelssignal und einer hohen Trefferquote ist allen Trendfolgestrategien gemein. Er lässt sich nie ganz auflösen. Darüber hinaus gibt es keine allgemeingültigen Bezugsgrößen für die optimalen Periodenlängen oder Gewichtungen der Durchschnitte. Diese müssen für jeden Markt individuell entwickelt und getestet und im Zeitverlauf immer wieder angepasst werden.

Sensitivität betrifft auch den Ausstieg

Der Zielkonflikt besteht im Übrigen nicht nur im Hinblick auf die Signalgenerierung für den Einstieg, sondern auch hinsichtlich der Glattstellung von offenen Positionen. Ein träges Trendfolgesystem generiert erst dann ein Ausstiegssignal, wenn ein wesentlicher Teil der zwischenzeitlich erzielten Gewinne wieder abgegeben wurde. Ein sehr sensitives System wird dagegen sehr häufig zum Ausstieg aus Märkten raten, die im Anschluss daran noch eine Weile in Trendrichtung laufen.

Mittlerweile existieren einige tausend Trendfolgesysteme für nahezu jeden relevanten Markt, von denen einige auch die Ausstiegsproblematik separat aufgegriffen haben. Ein möglicher Ansatz besteht darin, zwei Signale mit unterschiedlicher Sensitivität zu generieren. Der Einstieg erfolgt zunächst, wenn das sensitive Signal dies indiziert. Ist die Position geöffnet, kommt jedoch ein weiteres Kriterium hinzu. Es wird ein Zeitrahmen festgelegt, innerhalb dessen auch das Signal mit geringerer Sensitivität eine Position indizieren muss.

Filter zur Optimierung

Wird das Zeitfenster verfehlt wird die Position wieder geschlossen. Eine Position wird nur so lange aufrechterhalten, wie beide Signale dies indizieren. Erzeugt das sensitive Signal bei einer geöffneten Position schließlich ein Verkaufssignal, wird die Position glattgestellt, bis entweder auch das sensitive Signal wieder ein Kaufsignal erzeugt oder auch das träge Signal ein Verkaufssignal generiert. Im letzteren Fall kommt es dann zur Öffnung einer Shortposition.

Filter werden generell zur Optimierung von Trendfolgestrategien eingesetzt: Gelingt es, zusätzlich zum Zustand des Trends weitere Definitionen mit signifikanter Aussagekraft zu identifizieren lässt sich eine höhere Trefferquote erreichen. Eine Möglichkeit besteht darin, verschiedene zeitliche Ebenen miteinander zu kombinieren. So sind etwa kurzfristige Aufwärtstrends innerhalb langfristiger Aufwärtstrends besonders aussichtsreich.

Dem Trend folgen mit der Charttechnik

Der Einsatz programmierbarer Indikatoren wie z. B. gleitenden Durchschnitten ist für die automatisierte Umsetzung von Trendfolgestrategien zwingend notwendig. Außerdem lassen sich Backtests nur mit Indikatoren durchführen. Dennoch handeln viele Anleger Trends auf der Basis charttechnischer Beobachtungen. Die Erfolgsaussichten sind hier keinesfalls schlecht: Wer die Grundlagen der Charttechnik beherrscht und die Bereitschaft zur regelmäßigen Marktanalyse mitbringt kann sehr schnell Erfolge erzielen.

Besonders relevant im Hinblick auf trendfolgende Handelsansätze sind Trendlinien und Trendkanäle. Ein erfolgversprechender Handelsansatz besteht darin, innerhalb eines Trendkanals in Trendrichtung zu handeln. So wird eine Longposition eröffnet, wenn ein Aufwärtstrend sich dem unteren Bereich seines Trendkanals nähert. Die Trefferquoten solcher Ansätze sind ausgesprochen hoch.

Trendlinien und Trendkanäle

Das einfachste denkbare Trendfolgesystem besteht darin, immer dann eine Longposition zu eröffnen wenn ein Hoch das vorangegangene Hoch übertrifft. Diese Ansätze haben sich in der Praxis allerdings nicht bewährt, da die Aussagekraft solcher Ereignisse zu gering ist. Notwendig sind Muster mit einer hinreichend großen Wahrscheinlichkeit für nicht zufällige Kursverläufe.

Grundsätzlich führen trendfolgende Handelssysteme in trendstarken Phasen fast immer zu sehr positiven Ergebnissen. In Seitwärtsmärkten werden dagegen häufig Gewinne abgegeben, da Positionen aufgrund der zeitlichen Verzögerung der Signalgenerierung häufig kurz vor einem Richtungswechsel eröffnet werden.

Strategie: Suche nach den stärksten Trends!

Ein probates Mittel besteht darin, für eine möglich große Anzahl von Märkten ein im Sinne des skizzierten Zielkonfliktes optimiertes Trendfolgesystem zu entwickeln und stets diejenigen Märkte mit der höchsten inneren Trendstärke zu handeln. Dadurch fallen die Schwächen von Trendfolgesystemen weniger stark ins Gewicht, was das Gesamtergebnis verbessern sollte. Die für jeden Markt individuell vorzunehmende Optimierung darf allerdings keinesfalls unterlassen werden. Wer alle Märkte mit den Standardeinstellungen handelt wird in der Regel den großen Erfolg verfehlen.