Was sind Ausbruchsstrategien?

Ausbruchstrategien basieren auf der Charttechnik. Die Strategien versuchen, charttechnische Ausbrüche über Widerstände oder Unterstützungen bzw. aus Kursformationen in die Richtung des Ausbruchs zu handeln.

Die Qualität der mit Ausbruchsstrategien generierten Handelssignale steht und fällt mit der Qualität der Chartanalyse und der richtigen taktischen Positionierung im Markt.

Eine Longposition wird eröffnet, wenn der Markt einen Widerstand überschreitet. Eine Shortposition wird eröffnet, wenn der Markt eine Unterstützung nach unten durchbricht.

Diese Definition lässt zunächst jeden beliebigen Widerstand und jede beliebige Unterstützung als Basis für Handelssignale zu. Eine so weitläufige Definition ist empirisch betrachtet allerdings kaum sinnvoll.

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Die Ausbrüche sollten signifikant sein

Empfehlenswert im Sinne einer hohen Trefferquote und eines zum Zeitpunkt der Eröffnung einer Position attraktiven Kurspotenzials ist die Beschränkung auf signifikante Ausbrüche. Nicht jedes frühere Hoch oder Tief in einem Trend ist automatisch signifikant.

Vielmehr sollte nach horizontalen Widerständen und Unterstützungen gesucht werden, an denen der Markt mindestens zweimal umgekehrt ist.

Neben horizontalen Widerständen und Unterstützungen sind auch Trendlinien und charttechnische Formationen für Ausbruchstrategien relevant.

Verläuft der Markt oberhalb einer Trendlinie, fungiert diese als Unterstützung. Besonders signifikant sind so bezeichnete Kreuzwiderstände: dabei handelt es sich um ein Zusammentreffen von Trendlinie und horizontalen Widerstand. Für Unterstützungen gilt analog dasselbe.

Je stärker der Widerstand, desto stärker der Ausbruch

Es gilt: Je signifikanter ein Widerstand ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt in nicht überwindet. Zugleich aber wächst mit der Überwindung eines Widerstands die Signifikanz des Ausbruchs mit der Anzahl der vorangegangenen Fehlversuche.

Signifikanz bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Überwinden starker Widerstände mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit zu Kursbewegungen in erheblichem Umfang in Richtung des Ausbruchs führt.

Bei charttechnischen Kursformationen wie z. B. der Schulter-Kopf-Schulter-Formation, Dreiecken oder Keilen ergibt sich der Ausbruchspunkt aus dem Wesen der Formation. So liegt der Ausbruch bei einer oberen Schulter-Kopf-Schulter-Formation beim Durchbruch der Nackenlinie vor.

Umsätze und Volatilität sollten den Ausbruch bestätigen

In der Praxis kommt es immer wieder zu Fehlausbrüchen: Zunächst liegen die Voraussetzungen für einen Ausbruch vor, dieser bricht jedoch nach kurzer Zeit ab. Das Risiko von Fehlausbrüchen lässt sich durch die Betrachtung sekundärer Zusatzindikatoren minimieren. Dazu zählen insbesondere der Umsatz bzw. das Open Interest und die Marktvolatilität.

Läuft ein Markt auf einen signifikanten Widerstand zu sollte der Umsatz dabei rückläufig sein. Vom Moment des Ausbruchs an sollte der Umsatz dabei deutlich steigen. Das gilt auch für die Volatilität, die zulegen sollte: im Idealfall endet der Ausbruch mit einer großen weißen Kerze ohne Docht.

Bei den meisten Ausbrüchen kommt es zu Rückkehrbewegungen in Richtung des Ausbruchspunktes. Diese allein stellen keinesfalls einen Fehlausbruch dar, solange der Ausbruchspunkt nicht wieder durchbrochen wird. Es gilt jedoch: je schwächer die Rückkehrbewegung, desto größer ist das Potenzial des Ausbruchs.

Die Peripherie des Ausbruchs beachten

Um Ausbruchstrategien erfolgreich umsetzen zu können sollte nicht isoliert nach einzelnen optisch vielversprechenden Chartmustern gesucht werden. Diese sind zwar notwendige, nicht aber hinreichende Bedingung für einen Ausbruch mit Potenzial. Dieser bedingt vielmehr zusätzlich ein geeignetes Umfeld.

Das bedeutet erstens, dass in der näheren Umgebung des Ausbruchspunktes keine großen charttechnischen Hürden zu finden sein sollten. Sieht sich der Markt nur wenige Punkte nach dem Überwinden eines starken horizontalen Widerstandes mit einem weiteren Widerstand in Form einer Trendlinie konfrontiert ist der Ausbruch wenig Wert, da er von den Marktteilnehmern ohnehin nicht als signifikant betrachtet werden kann.

Zweitens sollte auch das Chartbild eng korrelierter Märkte einem Ausbruch nicht im Wege stehen.

Viele Märkte scannen für hohe Signalqualität

Für Ausbruchsstrategien gilt wie für alle mechanischen Handelssysteme dass die Qualität der Handelssignale tendenziell mit der Anzahl der gescannten Märkte wächst. Da ein wesentlicher Teil der Analyse jedoch manuell vorzunehmen ist sind den Recherchen Grenzen gesetzt. Die Erfordernis visueller Analysen legt zudem nahe, Ausbruchsstrategien vor allem für mittelfristige Zeithorizonte einzusetzen.

Ein wichtiger Punkt bei der Umsetzung von Ausbruchstrategien betrifft die taktische Positionierung im Markt. Kommt der Durchbruch eines Widerstandes in Betracht, sollte kurz oberhalb des Widerstandes eine limitierte Kauforder (Stop Buy) platziert werden.

Dieser sollte zusätzlich ein Maximalkurs zugeordnet werden, damit im Fall einer größeren Kurslücke der Einstand nicht zu völlig überhöhten Kursen erfolgt. Das zu Absicherungszwecken obligatorische Stop Loss wird sinnvollerweise auf einem Kursniveau platziert dessen Erreichen nach dem Ausbruch zwingend einen Fehlausbruch indizieren würde.


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