Womit verdient ein CFD-Broker eigentlich sein Geld?

CFD Broker können ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle verfolgen, deren Details sich direkt auf mögliche Interessenkonflikte und die effektiven Konditionen im Handel auswirken können.

Das Spektrum an möglichen Einnahmequellen für CFD Broker ist groß. Prinzipiell möglich sind Spreads, Kommissionen, Finanzierungskosten, Gewinne aus Positionen auf eigene Rechnung und Gewinne im Zusammenhang mit Unternehmensvorfällen bzw. Ereignissen im zugrundeliegenden Basiswert.

Zu den relevantesten Kosten im CFD Handel gehören die Spreads, die als die Differenz zwischen Ankaufskurs und Verkaufskurs bzw. Geld/Brief Spanne definiert sind. Ob ein Broker an Spreads Geld verdient hängt von seinem Marktmodell ab.

Er kann entweder die tatsächlichen Spreads des Referenzmarktes 1:1 an den Kunden weitergeben oder selbst Ankaufskurs und Verkaufskurs und damit auch die Spanne dazwischen festlegen.

Den passenden CFD-Broker finden

Bei CFDs wird mit Hebeln gearbeitet. Welche CFD-Broker dabei dank Maßnahmen wie Ausschluss einer Nachschusspflicht oder garantierten Stop-Loss Orders besonders sicher sind, zeigt Ihnen unser Vergleich:


Der Broker unterscheidet klar zwischen Spreads (mit eigener Marge) und Marktspreads (ohne eigene Marge).

Grundsätzlich muss die Art der Gebührenbelastung nichts an den Gesamtkosten ändern: ein Broker könnte den Marktspread um einen fixen Faktor erweitern und damit dieselbe Transparenz anbieten, die auch Broker ohne eigene Marge im Spread ermöglichen. In der Praxis ist das aber selten der Fall.

Verdient ein Broker an den Spreads kein Geld muss er zwingend Kommissionen für den Handel verlangen. Marktübliche Gebühren bewegen sich im Bereich von 0,1 % des gehebelten Transaktionsvolumens je Transaktion. Idealerweise legt der Broker eine Gebührenobergrenze fest, weil die absoluten Gebühren durch die großen Finanzhebel sonst sehr hoch ausfallen können.

Ansonsten ein Gebührensatz von 0,1 % bei einer Positionsgröße von 100.000 € bei Eröffnung und Schließung der Position zusammen zu Gebühren von 200 €.

Gewinne durch Finanzierungskosten

Es ist kein Geheimnis dass viele CFD Broker Margen in den Finanzierungskosten unterbringen, die sie ihren Kunden in Rechnung stellen.

Grundsätzlich werden für Longpositionen Finanzierungskosten belastet, für Shortpositionen Gutschriften erteilt. In der Praxis verlangen Broker bei Longpositionen einen signifikanten Aufschlag auf den Marktzins und ziehen diesen bei Shortpositionen ab.

Häufig werden zu den Finanzierungskosten in voller Höhe auch für CFDs berechnet, die Futures abbilden. Das ist nicht gerechtfertigt, weil der Broker bei der Abbildung seiner eigenen Kontrakte durch Futures einen sehr viel geringeren Kapitaleinsatz leisten muss und die Kunden darüber hinaus die bei Rollvorgängen anfallenden Kosten tragen müssen.

Was passiert bei Dividendenzahlungen?

Der Inhaber eines CFDs besitzt nicht die Rechte eines Aktionärs. Er hat kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung und erhält auch keine Dividende.

Dennoch ist die Dividendenausschüttung in einer Aktie für CFD Position ausgesprochen relevant, da sich der Kurs der Aktie am Tag der Ausschüttung verändert. Als Faustregel gilt: schüttet eine bei 85 € notierende Aktie 4 € Dividende aus, sinkt der Aktienkurs an diesem Tag von 85 € auf 81 €.

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wie CFD Broker Dividendenausschüttungen behandeln können. Bei einer Longposition kann entweder der ausgeschüttete Betrag als Gutschrift auf dem Handelskonto erfolgen und den durch den Kursverlust bedingten Verlust im CFD Contract neutralisieren.

Alternativ dazu kann der Einstandspreis um den Betrag der Dividende reduziert werden.

Besteuerung von Dividenden aus CFDs

Bei einer Shortposition wird dagegen der Ausschüttungsbetrag entweder den Konto belastet oder der Einstandspreis angehoben, sodass sich durch die Ausschüttung der Dividende allein ebenfalls kein Vermögenseffekt ergibt.

Es gilt zu berücksichtigen, dass auf die ausgeschüttete Dividende Abgeltungssteuer fällig wird, auch wenn die Dividende nicht direkt dem Inhaber des CFD Kontaktes zufließt.

Einige Broker verhalten sich weniger fair und behalten einen Teil der ausgeschütteten Dividende ein. Wer häufiger mit CFDs auf Aktien handelt sollte dies berücksichtigen und gegebenenfalls einen Bogen um solche Anbieter machen.

Interessenskonflikt bei Handel auf eigene Rechnung

Broker können Geld durch den Handel auf eigene Rechnung und durch die Übernahme von Marktrisiken verdienen. Die Grenzen zwischen einem Broker im engeren Sinne und einem Spekulanten verlaufen oft fließend.

So kommt es bei Market Makern vor, dass Nettopositionen zwar häufig, aber nicht immer am Finanzmarkt abgesichert werden.

Handelt ein Broker gegen seine Kunden und kann er Geld verdienen, wenn diese verlieren besteht ein grundsätzlicher Interessenkonflikt. Das ist besonders relevant, wenn der Broker – wie es bei Market Makern regelmäßig der Fall ist – selbst für die Qotierung verantwortlich ist.

Im schlimmsten Fall kann dies dazu ausgenutzt werden, die eigenen Kunden zugunsten höherer Eigengewinne zu übervorteilen.


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