Der europäische Markt für CFD-Trading

Auf den ersten Blick scheint der europäische Markt für CFDs Anlegern eine ausgesprochen reichhaltige Vielfalt zu bieten. Bei genauerer Betrachtung wird allerdings deutlich, dass hinter den Kulissen eher einige Dutzend als einige hundert Anbieter den Markt prägen.

Wer sich mit dem Vergleich verschiedener CFD Broker befasst, stellt rasch fest dass eine auffällig hohe Anzahl von Anbietern auf Zypern ansässig ist. Der Inselstaat hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Standorte für CFD und FX Broker entwickelt. Das ist nicht zuletzt auf steuerliche Vorteile zurückzuführen.

Den passenden CFD-Broker finden

Bei CFDs wird mit Hebeln gearbeitet. Welche CFD-Broker dabei dank Maßnahmen wie Ausschluss einer Nachschusspflicht oder garantierten Stop-Loss Orders besonders sicher sind, zeigt Ihnen unser Vergleich:


Zypern als Brokerzentrum?

Zypern ist seit dem Jahr 2004 Mitglied der Europäischen Union und hat entsprechend die EU Finanzmarktrichtlinie MiFID ratifiziert. Dennoch sind die regulatorischen Rahmenbedingungen nicht mit denen in Deutschland oder Großbritannien zu vergleichen.

Im Frühjahr 2013 kam es darüber hinaus zu einem Kollaps des zypriotischen Finanzsystems, der vielen Gläubigern der örtlichen Banken hohe Verluste durch Zwangsabgaben bescherte.

Die meisten zypriotischen Broker sind deshalb spätestens im Jahr 2013 dazu übergegangen, die Gelder ihrer Kunden bei Banken im Ausland zu verwahren und sie aus dem zypriotischen Finanzsystem fernzuhalten.

Viele Branchenbeobachter kritisieren an den in Zypern ansässigen Brokern, dass die Konditionen im Handel nicht messbar günstiger seien als bei Brokern an etablierten Finanzstandorten und dass die Standortvorteile des Inselstaats nicht in Vorteile für Kunden umgesetzt würden. Die überwiegende Mehrzahl der in Zypern ansässigen Broker agiert als Market Maker.

Das Introducing Broker-Prinzip

Zu den wichtigsten Standorten europäischer CFD Broker gehört Großbritannien. Viele Anbieter versuchen, mit einer Adresse in der Finanzmetropole London vertrauen zu generieren und Kunden zu gewinnen.

Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass nur ein Teil der in Großbritannien ansässigen Broker tatsächlich eine eigene Handelsplattform betreibt. Viele agieren stattdessen als Introducing Broker: diese Anbieter gewinnen Kunden und leiten diese an größere Broker weiter.

Introducing Broker verfügen oft über eine eigene Marke und eine eigene Benutzeroberfläche für den Handel. Hinter der Oberfläche befindet sich aber die Plattform des größeren Brokers. Mitunter wird durch die Kontoeröffnung über einen solchen Vermittler ein Kostenvorteil für Anleger realisiert, mitunter ist der Handel dort auch teurer als beim eigentlichen Stammbroker.

Deutsche Onlinebroker entdecken CFDs

Seit einigen Jahren entdecken die etablierten deutschen Onlinebroker den CFD Handel als zusätzliches Geschäftsfeld. Unter anderem die comdirect und die Sparkassentochter s-broker bieten seit einigen Jahren Differenzkontrakte an. Beim CFD Handel „made in Germany“ handelt es sich nahezu ausschließlich um Market Maker-Modelle.

Die Platzhirsche des deutschen Wertpapiergeschäfts passen sich dabei den Gepflogenheiten des durch den angelsächsischen Raum stark beeinflussten Segments an.

So ermöglichen einzelne Onlinebroker z. B. den Handel über die Benutzeroberfläche MetaTrader4.

Vereinzelt finden sich auch Anbieter aus Übersee oder Staaten außerhalb des Einflussbereichs der Europäischen Union bzw. EWG. Beliebte Sitzländer sind z. B. die Malediven, Russland, Südamerika und neuerdings auch Neuseeland.

Von einer Kontoeröffnung bei diesen Anbietern ist grundsätzlich abzuraten, da weder das regulatorische Umfeld noch die Einlagensicherung hinreichend transparent sind.


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