Wie funktionieren CFDs?

CFDs gehören zur Gruppe der derivativen Finanzinstrumente, d.h. sie werden aus ihrem Basiswert abgeleitet. Anders als bei Aktien, Optionsscheinen und Hebelzertifikaten handelt es sich nicht um Wertpapiere, sondern um einen Vertrag zwischen Broker und Anleger.

Dieser auch als Differenzausgleichsvertrag bezeichnete Kontrakt ermöglicht die Partizipation an steigenden und fallenden Kursen diverser Basiswerte und ist im Vergleich zu anderen Finanzinstrumenten mit einigen Vorteilen verbunden.

Den passenden CFD-Broker finden

Bei CFDs wird mit Hebeln gearbeitet. Welche CFD-Broker dabei dank Maßnahmen wie Ausschluss einer Nachschusspflicht oder garantierten Stop-Loss Orders besonders sicher sind, zeigt Ihnen unser Vergleich:


CFD sind ein Vertrag zwischen Broker und Kunde

Ein CFD bezieht sich auf einen Basiswert. Dabei kann es sich um eine Aktie, einen Index, eine Anleihe, einen Rohstoff, einen Zinssatz oder einen Terminkontrakt handeln.

Mit der Eröffnung einer Position (der rechtlich ein Angebot durch den Anleger und die folgende Annahme durch den Broker vorausgeht) tritt der Differenzausgleichsvertrag in Kraft. Der Eröffnungskurs der Position bildet die Basis für gegenseitige Ansprüche auf Differenzausgleich. Dazu ein Beispiel.

Ein CFD-Broker bietet CFDs auf Aktien an. Ein Anleger ist von steigenden Kursen in der BMW Aktie überzeugt. Der Broker notiert den Preis für den CFD auf die Aktie mit 70,50 € zu 70,70 €.1,0 Kontrakte beziehen sich auf 1,0 Aktien.

So kommt ein CFD-Geschäft zustande

Der Anleger klickt auf der Handelsplattform auf „kaufen“ und gibt als Stückzahl „10“ ein und unterbreitet in diesem Moment ein rechtlich bindendes Angebot.

Der Broker nimmt dieses durch die Einbuchung der Position an. Eingebucht werden zehn Long-CFD-Kontrakte auf die BMW Aktie mit dem Eröffnungskurs von 70,70 €.

Der Kurs steigt am selben Handelstag und wird kurz vor Handelsschluss durch den Broker mit 72,30 € zu 72,50 € notiert. Der Anleger stellt die Position deshalb zu einem Kurs von 72,30 € glatt. Direkt nach der Glattstellung besitzt der Anleger einen Anspruch auf Differenzausgleich in bar gegen den Broker.

Die Höhe des Anspruchs ermittelt sich als die Differenz zwischen Glattstellungskurs und Eröffnungskurs. Daraus ergibt sich ein Gewinn in Höhe von 1,60 € pro Kontrakt bzw. 16 € für die gesamte Position.

An steigenden und fallenden Kursen partizipieren

Der Anspruch auf Differenzausgleich bezieht sich stets auf den Eröffnungskurs einer Position. Er kann durch Anleger aber nur zu dem Kurs geltend gemacht werden, zu dem eine Position glattgestellt werden kann.

Durch die Differenz zwischen Ankaufskurs und Verkaufskurs beginnt deshalb jede Position mit einem geringen Verlust – im obigen Beispiel 0,2 € pro Kontrakt bzw. 2,0 € für die gesamte Position.

Spekulationen auf fallende Kurse funktionieren spiegelbildlich. Der Anleger könnte im obigen Beispiel eine Shortposition mit dem Eröffnungskurs von 70,50 € eröffnen.

Fällt die Aktie anschließend auf 68,50 € zu 68,70 €, kann die Position zu 68,70 € glatt gestellt werden, was einem Gewinn in Höhe von 1,80 € pro Kontrakt bzw. 18 € für die gesamte Position entspricht. Der Anspruch auf Differenzausgleich ergibt sich bei Shortposition aus der Differenz von Eröffnungskurs und Glattstellungskurs.

CFDs funktionieren sehr einfach, weil der Kontraktwert den Kurs des Basiswertes (nahezu) eins zu eins abbildet. Die sehr einfache Preisbildung ist ein Vorteil gegenüber Optionen und Optionsscheinen, bei denen Marktvolatilität und Zeitwertverlust den Kurs des Derivats oft stärker beeinflussen als die Kursentwicklung Basiswert.

Hebelwirkung durch geringen Kapitaleinsatz

Anders als die Basiswerte selbst und auch Optionsscheine und Zertifikate darauf werden CFDs nicht an Börsen gehandelt. Abhängig vom Marktmodell eines CFD Brokers kann jedoch zu den Kursen einer Referenzbörse gehandelt werden. Grundsätzlich handelt es sich jedoch um nicht regulierte, außerbörslichen Geschäfte (OTC).

Zu den reizvollsten Eigenschaften von Differenzkontrakten gehört die Hebelwirkung. Diese resultiert aus dem im Vergleich zu einem Direktinvestment in den Basiswert deutlich verringerten Kapitaleinsatz.

Ein CFD ist grundsätzlich vergleichbar mit einer überwiegend durch Kredite finanzierten Position im Basiswert. Der Kreditanteil beträgt je nach Basiswert bis zu 99 %. Ein so hoher Finanzierungsanteil wäre für Privatanleger über Wertpapierdepots nicht realisierbar. CFD Broker können dies durch entsprechende technische Vorrichtungen, Saldierung hausinterner Positionen etc. jedoch leisten.

Bei einem durchaus nicht unüblichen Hebelfaktor von 100:1 führt ein Kursgewinn im Basiswert im Umfang von 1,0 % zu einer Verdopplung des Eigenkapitals im CFD. Entsprechend groß sind natürlich auch die Verlustrisiken.