Unterschiede zwischen CFDs und Futures bzw. Hebelzertifikaten

CFDs ähneln von ihrer Konstruktion her Futures und Hebelzertifikaten und werden zu ähnlichen Zwecken eingesetzt wie diese. Dennoch gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen Differenzkontrakten und Futures sowie Hebelprodukten. Diese betreffen sowohl rechtliche als auch technische Aspekte.

Bei einem CFD handelt es sich um einen Vertrag zwischen dem Broker und seinen Kunden. Futures werden dagegen an Terminbörsen gehandelt. Die Börsenteilnehmer unterwerfen sich dem Reglement der Terminbörse und sind dieser bzw. ihrer Clearingstelle gegenüber verpflichtet.

Den passenden CFD-Broker finden

Bei CFDs wird mit Hebeln gearbeitet. Welche CFD-Broker dabei dank Maßnahmen wie Ausschluss einer Nachschusspflicht oder garantierten Stop-Loss Orders besonders sicher sind, zeigt Ihnen unser Vergleich:


Die rechtlichen Unterschiede

Reglement der Terminbörse und sind dieser bzw. ihrer Clearingstelle gegenüber verpflichtet. Rechtliche Unterschiede Bei Hebelprodukten – die je nach Emittent als Turbozertifikat, Hebelzertifikat oder unter anderen Bezeichnungen angeboten werden – handelt es sich dagegen um Wertpapiere. Hebelprodukte sind rechtlich betrachtet Inhaberschuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten.

Die Gestaltung des Wertpapiers sieht vor, dass sich die Ansprüche des Inhabers aus dem Kursverlauf des Basiswertes ableiten. Deshalb zählen auch Turbozertifikate und Co. zu den derivativen Finanzinstrumenten. Auch technisch gibt es einige Unterschiede zwischen CFDs und Terminkontrakten und Hebelprodukten.

Das betrifft etwa die Maßnahmen zur Vermeidung von über den Eigenkapitaleinsatz hinausgehenden Verlusten. Passiert dies besteht der Eigenkapitaleinsatz ebenso wie bei Futures aus der Margin. Im Fall von Futures legt die Terminbörse bzw. der Broker, über den gehandelt wird, fest wann Positionen mangels Eigenkapital geschlossen werden.

Die technischen Unterschiede

Im Fall von CFDs liegt die Entscheidung letztlich ausschließlich beim Broker. In beiden Fällen besteht seitens der Anleger kein Rechtsanspruch auf eine Verlustbegrenzung in bestimmtem Umfang. Dieser kann bei CFD Brokern durch sprechende Vereinbarungen oder garantierte SL-Orders jedoch erworben werden.

Ein rechtsverbindlicher Ausschluss von Nachschusspflichten ist im Futures Handel nicht möglich. Bei Hebelprodukten verhindert eine Knock-out Schwelle, dass Trader mehr verlieren können als ihren Einsatz. Bei Longzertifikaten liegt die Knock-out Schwelle in der Regel über der Finanzierungsschwelle, so das sich aus Sicht des Emittenten ein hinreichender Sicherheitspuffer ergibt.

Die Unterschiede bei der Verlustbegrenzung

Ein Beispiel: Ein Long-Hebelzertifikat auf den Deutschen Aktienindex ist bei einem Indexstand von 10.000 Punkten mit einer Finanzierungsschwelle von 9000 Punkten ausgestattet.

Die Knock-out Schwelle liegt bei 9200 Punkten: Erreicht der Index einmalig dieses Niveau, verfällt das Zertifikat. Der Emittent veräußert die offenen Positionen im Basiswert und teilt den Liquidationserlös oberhalb der Knock-out Schwelle den Zertifikateinhabern zu.

Kommt es aufgrund eines turbulenten Marktverlaufs zu Veräußerungen unterhalb der Knock-out Schwelle muss der Emittent die damit einhergehenden Verluste allein tragen.

Die Unterschiede bei den Finanzierungskosten

Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft die Finanzierungskosten. Bilden CFDs eine Basis am Kassamarkt ab belasten Broker für Longpositionen in der Regel täglich oder wöchentlich Finanzierungskosten, deren Höhe sich aus dem allgemeinen Marktzins ableitet. Bei Shortpositionen kann es prinzipiell zu einer Gutschrift kommen.

Auch bei Hebelzertifikaten spielen die Finanzierungskosten eine Rolle. Zumeist wird die Finanzierungsschwelle an jedem Handelstag um einen geringen Betrag nach oben (Long-Zertifikat) angepasst. Dadurch verringert sich die Differenz zwischen dem Marktpreis des Basiswertes und der Finanzierungsschwelle und damit auch der innere Wert des Zertifikats. Bei Futures fallen implizite Finanzierungskosten an.

Der Preis des DAX Future liegt in der Regel einige Punkte über dem Kassapreis des DAX. Wäre dies nicht so, könnten Arbitrageure im Besitz von Wertpapieren diese verkaufen und einen Bruchteil des Verkaufserlöses im DAX Future anlegen. Die Partizipation wäre identisch mit der der Wertpapiere – allerdings können die nicht für die Margin benötigten Mittel zu einem sicheren Zinssatz angelegt werden.

Aufgrund der Effizienzeigenschaft von Märkten muss der Terminkurs deshalb so weit über dem Kassakurs liegen, dass sich dieses Geschäft nicht lohnt.


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