Was sind Rollvorgänge und Rollkosten?

CFDs sind in der Regel Endloskontrakte: Einen Verfallstermin gibt es nicht. Bildet ein Differenzkontrakt einen Future ab, muss der CFD Broker zur Vermeidung des Verfalls den Kontrakt mit seinem Kunden rechtzeitig vor der Fälligkeit des Terminkontraktes in einen Folgekontrakt umschichten. Dabei können Kosten anfallen.

Ein Beispiel: Ein CFD bezieht sich auf den DAX Future. Dieser läuft bedingt durch die Kontraktspezifikationen der EUREX am jeweils vorletzten Freitag der Kalendermonate März, Juni, September und Dezember aus. Der CFD bildet jeweils einen bestimmten Kontrakt mit einem dieser Fälligkeitstage ab.

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Bei CFDs wird mit Hebeln gearbeitet. Welche CFD-Broker dabei dank Maßnahmen wie Ausschluss einer Nachschusspflicht oder garantierten Stop-Loss Orders besonders sicher sind, zeigt Ihnen unser Vergleich:


Ein Beispiel für einen Rollvorgang

Bezieht sich der CFD z. B. auf den Dezember-Kontrakt, wird der CFD Broker in den ersten Tagen des Dezembers gleichzeitig die Position im Dezember-Kontrakt schließen und eine Position im März-Kontrakt eröffnen. Typisch für Finanzfutures ist, dass Kontrakte mit einem weiter in der Zukunft liegenden Fälligkeitstermin zu einem höheren Preis gehandelt werden als früher fällige Kontrakte.

Die Eröffnung der neuen Position erfolgt damit zu einem höheren Preis als die Schließung der alten Position.

Bei einer Longposition würde ein höherer Preis im Basiswert zu Gewinnen für den Inhaber des CFDs führen. Der Rollvorgang wirkt sich aber nicht aus wie ein Kursanstieg, sondern wie eine nachträgliche Erhöhung des Einstandskurses.

Der innere Wert des CFD-Kontraktes ist nach dem Abschluss des Rollvorgangs geringer als vorher, weil der Erlös aus der Glattstellung des ersten Futures nicht ausreicht, um die Position im nächst fälligen Future vollständig zu finanzieren.

Was sind negative Rollkosten?

Das ist immer der Fall, wenn die Terminpreiskurve steigt und weiter in der Zukunft liegende Fälligkeitstermine zu einem höheren Preis notieren als früher fällige Terminkontrakte. Bei Futures auf Finanzinstrumente wie Aktien, Aktienindices oder Anleihen steigt die Terminpreiskurve nahezu immer an. Anders verhält es sich bei Rohstoffen.

Hier ist grundsätzlich eine fallende Terminpreiskurve denkbar. Dabei notieren weiter in der Zukunft fällig werdende Kontrakt zu einem niedrigeren Preis als früher auslaufende Futures. Diese Situation wird auch als Backwardation bezeichnet und tritt z. B. auf, wenn die Nachfrage nach Rohstoffen aktuell sehr hoch ist.

Die Rollkosten sind in diesem Fall negativ, es fallen also Gewinne durch den Rollvorgang an. Den Rollkosten bei CFDs auf Futures sollten sehr viel geringere Finanzierungskosten als bei CFDs auf Kassainstrumente entgegenstehen. Schließlich muss der CFD Broker wie alle Marktteilnehmer am Terminmarkt nur einen Bruchteil des Positionswertes als Sicherheitsleistung hinterlegen.

Verlangt ein Broker hohe Finanzierungskosten für CFDs auf Terminkontrakte behandelt er seine Kunden deshalb nicht fair.


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