Margin Call und Nachschusspflicht

Die besonderen Risiken im CFD Handel

Der Handel mit CFDs birgt einige besondere Risiken, die über jene im Handel mit Wertpapieren hinausgehen. Im Extremfall kann der Verlust den Einsatz um ein Vielfaches übersteigen – selbst wenn jede Position mit einem Stop Loss abgesichert wird. Ob sich diese Risiken ganz vermeiden lassen hängt auch vom Broker ab.

Das Risiko hoher Nachschussverpflichtungen soll anhand eines Beispiels verdeutlicht werden. Ein Anleger eröffne am Mittwoch eine Longposition in einem DAX-CFD mit einem Marktwert von 10.000 € bei einem Indexstand von 8000 Punkten. Es handele sich um die einzige Position des Kontos. Der Broker verlangt eine Initial Margin von 2,0 %, was 200 € entspricht.

Nachdem dieser Betrag für die Eröffnung der Position auf dem Handelskonto geblockt wurde steht kein weiteres freies Kapital mehr zur Verfügung. Der Trader setzt ein Stop Loss bei 7920 Punkten. Die Maintenance Margin des Brokers beträgt 0,50%, so dass bei Unterschreiten der Marke von 7880 Punkten das Closeout-Level erreicht wird und die Position automatisch glattgestellt wird.

CFD-Broker vergleichen

Wie wir weiter unten erklären, können Kurssprünge aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse schnell dazu führen, dass Anleger frisches Kapital nachschießen müssen. Die Abwertung des Schweizer Franken war ein solches Ereignis, welches nicht nur Anleger, sondern ganze Broker, in den Abgrund gerissen hat. Um solche Verluste in Zukunft zu vermeiden, hat die BaFin beschlossen, demnächst nur noch CFD Broker zuzulassen, die entsprechende Sicherungssysteme anbieten. Welche CFD-Broker dabei dank Maßnahmen wie Ausschluss einer Nachschusspflicht oder garantierten Stop-Loss Orders besonders sicher sind, zeigt Ihnen unser Vergleich:

Kurslücken tricksen die Sicherheitssysteme aus

Der DAX schließt am Freitagabend bei 8000 Punkten und damit unverändert. Der Trader entscheidet sich, die Position über das Wochenende zu halten.

Während des Wochenendes kommt es zu einem politischen Ereignis; ein seit geraumer Zeit währender Konflikt eskaliert unvorhergesehen und vom Gros der Marktteilnehmer unerwartet. Ökonomen befürchten einen spürbaren Einbruch des Wirtschaftswachstums und rückläufige Gewinne bei vielen Unternehmen für mehrere Quartale.

Der DAX eröffnet deshalb am Montagmorgen bei 7200 Punkten: Dies ist der erste Kurs, der in der neuen Handelswoche festgestellt wird. Das Stop Loss wird sofort nach Feststellung des ersten Kurses ausgelöst. Ein Stop Loss ist eine durch das Erreichen der festgelegten Kursmarke bedingte, unlimitierte Verkaufsorder. Sie wird nach ihrer Aktivierung zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt – in diesem Fall 7200 Punkte.

Die Sicherungssysteme des Brokers konnten über das Wochenende ebenfalls nicht greifen, da eine Glattstellung nicht möglich war. Der Kursverlust im Umfang von 800 Punkten entspricht einem monetären Verlust von 10 % des Positionswertes bzw. 1000 €. Nach Abzug der hinterlegten Margin in Höhe von 200 € verbleibt ein Verlust in Höhe von 800 € auf dem Handelskonto.

Der Broker fordert den Kunden nun auf, dass Konto umgehend auszugleichen.

Garantierte Stop Loss Orders und Ausschluss negativer Kontostände Wer mit CFDs handelt, muss dieses Risiko grundsätzlich einkalkulieren. Manche Broker bieten ihren Kunden Schutzmöglichkeiten gegen negative Kontostände.

Dafür haben sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten am Markt durchgesetzt:

  1. Der Broker kann negative Kontostände rechtsverbindlich ausschließen. In den Geschäftsbedingungen wird dann festgelegt, dass jeglicher negativer Kontostand durch den Broker ausgeglichen wird.
  2. Broker können ihren Kunden die Option garantierter Stop Loss Orders anbieten.

Kommt es dann zu Kurslücken wie im obigen Beispiel, wird die Order dennoch auf dem festgelegten Stop Loss-Niveau glattgestellt. Für mögliche Verluste in diesem Zusammenhang kommt der Broker auf – dafür erhält er bei der Platzierung der Stop Loss-Order eine zusätzliche Gebühr bzw. Versicherungsprämie.