Der Ablauf eines CFD-Geschäftes in Zeitlupe

Für das Verständnis des Handels mit Differenzkontrakten ist die detaillierte Betrachtung einer Transaktion ausgesprochen hilfreich.

Nachfolgend soll der Ablauf eines CFD Geschäfts in Zeitlupe skizziert werden. Dabei werden die Unterschiede zwischen verschiedenen Marktmodellen berücksichtigt.

Den passenden CFD-Broker finden

Bei CFDs wird mit Hebeln gearbeitet. Welche CFD-Broker dabei dank Maßnahmen wie Ausschluss einer Nachschusspflicht oder garantierten Stop-Loss Orders besonders sicher sind, zeigt Ihnen unser Vergleich:


CFD Handel bei DMA Brokern

Bei DMA Brokern basieren die Abrechnungskurse von Differenzkontrakten auf den Kursen anderer Referenzbörsen. Der Broker gewährt seinen Kunden Einblick in das Orderbuch der Referenzbörse. Die Kunden platzieren ihre Order allerdings nur visuell, nicht aber rechtlich und technisch, direkt in das Orderbuch.

Stattdessen erfolgt die Platzierung in das auf den Servern des Brokers gespiegelte Orderbuch. Ist die Order beim Broker eingegangen leitet dieser sie in Echtzeit in eigenem (!) Namen an die Referenzbörse weiter, wo es zur Ausführung gemäß dem Ausführungsrichtlinien der Börse kommt. Der an der Börse zustande gekommene Kurs dient auch als Abrechnungskurs für den Differenzkontrakt.

Referenzbörsen und MTFs

Viele DMA Broker stellen ihre Kunden mehrere Liquiditätsquellen zur Verfügung. Dabei kann es sich neben den großen Referenzbörsen auch um sogenannte Multilateral Trading Facilities (MTFs) handeln. Das sind außerbörsliche Handelsnetzwerke, die bis zu einem gewissen Grad einer Regulierung unterliegen.

Damit unterscheiden sich MTFs von ECNs im FX Handel. In der Regel ist die Benutzeroberfläche bei DMA Brokern so konzipiert, dass Trader die Liquiditätsquelle entweder selbst auswählen oder die Ausführung automatisch zum günstigsten erhältlichen Kurs erfolgt. Werden Basiswerte wie Aktien über konventionelle Onlinebroker, gehandelt besteht ebenfalls die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Börsenplätzen zu wählen.

Allerdings müssen sich Anleger dann im Vorfeld der Order auf einen Börsenplatz festlegen.

Ausführung zum besten erhältlichen Kurs

DMA Broker nutzen im besten Fall eine fortgeschrittene Technologie und kombinieren Orders an verschiedenen Handelsplätzen miteinander. So werden Orders in mehrere Orderbücher eingestellt und bei der erstmaligen Ausführung an einem Handelsplatz alle anderen Orders storniert. Ob dies wirklich der Fall hängt wiederum vom einzelnen Broker ab.

Der Broker erteilt die Orders an der Referenzbörse im eigenen Namen und erstellt nach der Ausführung einen Differenzkontrakt zwischen sich und dem Kunden. Im Idealfall kann der Verlauf der Order im Orderbuch nachvollzogen werden. Dann ist ausgeschlossen, dass der Broker mehrere Kundenorders miteinander kombiniert oder saldiert und dadurch Merkmale eines Market Makers aufweist.

CFD Handel bei Market Makern

Market Maker leiten die Orders ihrer Kunden nicht an einen Börsenplatz oder eine andere Liquiditätsquelle weiter, sondern führen sie durch die Übernahme der Gegenposition selbst aus. Der Abrechnungskurs des Differenzkontaktes wird somit durch den Market Maker selbst festgelegt und unterliegt nicht den Regelwerken und Ausführungsbestimmungen einer Börse.

Der Market Maker ruft vielmehr auf seiner Handelsplattform einen Kurs auf, den Anleger durch eine Ordererteilung annehmen. Was genau hinter den Kulissen abläuft entzieht sich der Einsichtnahme von Anlegern. In der Regel saldiert der Market Maker zunächst die hausinternen Orders seiner Kunden.

Ein Beispiel: Der Market Maker notiert den DAX-CFD zum Kurs von 8499 zu 8501 Punkten. Ein Kunde eröffnet eine Longposition im DAX-CFD zum Kurs von 8501 Punkten. Gleichzeitig eröffnet ein anderer Kunde eine Shortposition zu 8499 Punkten.

Market Maker gewinnen immer

Der Market Maker ist in einer komfortablen Position: Die Ansprüche, die ein Kunde bei Kursveränderungen erwirbt, stehen äquivalenten Ansprüchen des Brokers gegen den jeweils anderen Kunden gegenüber. Der Broker handelt somit eine neutrale Position ohne eigenes Marktrisiko. Der Gewinn des Market Makers entsteht zum Zeitpunkt der Eröffnung der Position.

Zu diesem Zeitpunkt besteht gegen den Inhaber der Longposition ein nicht realisierter Anspruch im Umfang von zwei Punkten – der aus dem Umstand resultiert, dass die Glattstellung der Longposition nur zum um zwei Punkte niedrigeren Geldkurs möglich ist.

Auch gegen den Inhaber der Shortposition besteht sofort nach deren Einbuchung ein Anspruch im Umfang von zwei Punkten, weil diese Position nur zum wiederum zwei Punkte höheren Briefkurs glattzustellen ist.

Market Maker: Wo entstehen Interessenskonflikte?

Um Missverständnissen vorzubeugen: Das Geschäftsmodell von Market Makern ist in diesem Punkt vollkommen unproblematisch und keinesfalls verwerflich.

Die anfänglichen Gewinne werden lediglich auf eine andere Art und Weise erzielt als es bei DMA-Brokern der Fall ist, die Kommissionen für die Orderausführung verlangen. Nicht immer wird es – wie im obigen Beispiel unterstellt – exakt so viele Longpositionen wie Shortpositionen geben.

Der Market Maker sieht sich dann mit Nettopositionen in der einen oder anderen Richtung konfrontiert – und trägt damit ein Marktpreisänderungsrisiko. Wird dieses durch entsprechende Operationen am Finanzmarkt neutralisiert, minimiert das potentielle Interessenkonflikte.

Für Anleger ist von außen allerdings kaum nachzuvollziehen, ob der Broker Nettopositionen neutralisiert oder das Risiko selbst trägt.