Autor: Redaktion | Altersvorsorge, Blog | 2 Kommentare

Wie viel Sie jeden Monat für Ihre private Altersvorsorge zur Seite legen sollten

Die Frage nach Ihrem zukünftigen finanziellen Bedarf im Ruhestand ist nicht ganz einfach zu beantworten. Klar ist, dass die gesetzliche Rente alleine mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht den von Ihnen erwarteten Lebensstandard decken kann.

Als Ausweg bleibt Ihnen nur der heutige Konsumverzicht, denn nichts anderes ist Sparen. Sie sollten regelmäßig und langfristig Sparen. So können Sie sich ein finanzielles Polster aufbauen.

Doch wie viel Geld sollten Sie heute schon monatlich zur Seite legen?

Der Ausgangspunkt ist die so genannte Rentenlücke

Die Rentenlücke wird berechnet, indem Sie von Ihrer zukünftigen Wunschrente die voraussichtlichen Einkünfte aus der gesetzlichen Rente abziehen.

Wunschrente – gesetzliche Rente = Rentenlücke

Die Höhe der gesetzlichen Rente wird Ihnen mitgeteilt

Wie viel vom Staat als gesetzliche Rente zu erwarten ist, können Sie der jährlichen Renten-information entnehmen. Dabei ist zu beachten, dass hier Bruttobeträge genannt werden, von denen noch Ihre individuellen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern abgezogen werden müssen.

Außerdem ist ein möglicher Kaufkraftverlust noch nicht eingerechnet. Typischerweise können Sie von einer Inflationsrate von zwei Prozent ausgehen. Im günstigsten Fall werden die zukünftigen Renten an die Inflation angepasst.

Inflation spielt bei Ihrer Wunschrente eine große Rolle

Wieviel Kapital Sie benötigen um Ihre gewünschten Ausgaben im Alter zu decken ist nicht ganz einfach abzuschätzen. Ein Anhaltspunkt könnte z.B. Ihr derzeitiges Nettogehalt sein. Mit Ihrer Wunschrente sollten Sie in der Lage sein, alle laufenden Kosten und gewohnten Ausgaben decken zu können.

Eine entscheidende Rolle bei der Planung der Wunschrente spielt, wie bei jeder langfristigen Anlageentscheidung, die zukünftige Inflation.

Die europäische Zentralbank EZB versucht die Inflation bei ca. zwei Prozent pro Jahr langfristig zu kontrollieren. Eine zweiprozentige Geldentwertung klingt nicht weiter dramatisch, bedeutet jedoch, dass Ihr Vermögen nach ca. 30 Jahren zur Hälfte weggeschmolzen ist.

Drei Schritte um näherungsweise Ihre Rentenlücke zu berechnen

Die Berechnung des zukünftigen Kapitalbedarfs, der zur Schließung Ihrer Rentenlücke dient, soll an einem Beispiel dargestellt werden. Dazu wurden bestimmte Annahmen getroffen:

  • Ihr gewünschter Renteneintritt soll in 25 Jahren erfolgen.
  • Die zukünftige Wunschrente soll nach heutiger Kaufkraft 1.800 Euro entsprechen.
  • Laut Ihrer aktuellen Renteninformation können Sie mit einer gesetzlichen Rente von 1.400 Euro rechnen.

1. Schritt: Wie viel Rente ist in 25 Jahren notwendig, um 1.800 Euro nach heutiger Kaufkraft abzudecken?

Ihre Wunschrente soll zum Renteneintritt 1.800 Euro nach heutiger Kaufkraft betragen. Die Inflation lässt jedoch die Kaufkraft des Geldes bis zum Rentenbeginn um jährlich 2 Prozent dahin schmelzen.

Um in 25 Jahren eine Kaufkraft von 1.800 Euro zu erhalten, ist eine Wunschrente von 2.953 Euro notwendig.

2. Schritt: Wie hoch ist Ihre monatliche Rentenlücke?

Wie im ersten Schritt berechnet, beträgt Ihre zukünftige Wunschrente 2.953 Euro im Monat. Laut Ihrem aktuellen Rentenbescheid können Sie mit einer gesetzlichen Rente von 1.400 Euro rechnen. Annahmegemäß ist die jährliche Inflation nicht höher als die Rentenanpassungen.

Um die monatlich entstehende Rentenlücke zu berechnen wird die gesetzliche Rente von Ihrer Wunschrente abgezogen:

2.953 Euro minus 1.400 Euro = 1.553 Euro.

3. Schritt: Wie hoch ist der gesamte Kapitalbedarf um die Rentenlücke zu schließen?

1.553 Euro Rentenlücke im Monat sind 18.636 Euro im Jahr. Für 20 Jahre im Ruhestand wird so eine stolze Summe von

20 x 18.536 = 372.720 Euro notwendig.

Welche monatliche Sparrate ist notwendig, um 372.720 Euro zu sparen? Alles eine Frage der Rendite Ihrer gewählten Geldanlage

Wieviel Geld Sie in den nächsten 25 Jahren monatlich zur Seite legen müssen, um insgesamt 372.720 Euro zu sparen, hängt im Wesentlichen von der Rendite der gewählten Geldanlage ab.

Kurzfristige Geldanlagen wie z.B. Tages- oder Festgeld sind bei deutschen Sparern mit ausgeprägtem Sicherheitsbedürfnis weiterhin stark im Trend. Im Durchschnitt liegen die Zinsen derzeit jedoch unter der Inflationsrate. Das bedeutet, Ihr Erspartes verliert real an Wert.

Die Zinsen für Tages- und Festgeld sind aber abhängig vom allgemeinen Zinsniveau und variieren regelmäßig. Langfristig ist es durchaus möglich, wie im nachfolgenden Beispiel angenommen, Renditen in Höhe der Inflation zu erzielen.

Alternativ wird das Sparszenario einer Aktienanlage betrachtet. Über einen Zeitraum von 25 Jahren wird eine Realrendite von 5 Prozent unterstellt.

Sparszenario 1: Wahl einer Geldanlage, deren Rendite in Höhe der Inflation liegt

Annahmegemäß wird mit dieser Form der Geldanlage die Inflationsrate ausgeglichen. Ihr Geld ist somit keinem realen Wertverlust ausgesetzt.

Um bei einer Realrendite von 0 Prozent ein Gesamtvermögen von 372.720 Euro zusammen zu sparen, ist eine monatliche Sparrate von 1.242 Euro notwendig.

Sparszenario 2: Die Sparraten werden am Aktienmarkt investiert, die Realrendite beträgt 5 Prozent p.a.

Höhere Renditen als Tages- bzw. Festgeld bietet der Aktienmarkt. Hier wird bei einer Ansparzeit von 25 Jahren und einer unterstellten Realrendite von 5 Prozent im Jahr eine monatliche Sparrate von 634 Euro notwendig um die genannte Summe zusammen zu sparen.

Fazit: Die Wahl der richtigen Geldanlage ist entscheidend!

Bei der Berechnung der monatlichen Sparraten die zum Ausgleich der späteren Rentenlücke notwendig sind, handelt es sich nur um eine grobe Schätzung. Alleine die Lebensumstände, die sich innerhalb der nächsten 25 Jahre ergeben, sind schwer abschätzbar.

Bei der Betrachtung des Beispiels wird jedoch eindeutig klar:

  • Je höher die Rendite Ihrer gewählten Geldanlage ist, umso weniger muss monatlich gespart werden um Ihre finanzielle Ziele zu erreichen

Die Wahl der der richtigen Geldanlage ist ein entscheidender Faktor für den Aufbau einer privaten Altersvorsorge.

Surftipp: Hier finden Sie einen geeigneten Broker für Ihre Geldanlage

Das Aktiensparen verspricht auf lange Sicht die höchsten Renditen, deswegen sollten Aktien eine wesentliche Rolle bei der langfristigen Vermögensanlage spielen.

Leider haben viele den richtigen Umgang mit Aktien nie richtig gelernt. Im Brokervergleich.de Blog wird Ihnen deswegen Schritt für Schritt erklärt, wie Sie erfolgreich in Aktien und andere Wertpapiere investieren können.

Bisherige Kommentare:

  • Wenn es um das Thema Geldanlage geht, sollte man sich die Zeit nehmen und unterschiedliche Möglichkeit genau durchgehen und auch Vor- und Nachteile gegenüberstellen. Auf diese Weise kann man sich eine kleine Übersicht verschaffen, die letzendlich eine große Hilfe bei der Entscheidung sein wird.

    • Michael Beutel 

      Das ist richtig. Gerade im aktuell anhaltenden Niedrigzinsumfeld ist es für Anleger wichtig alle unterschiedlichen Möglichkeiten – auch Aktien – auszuloten.

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