Autor: Redaktion | Blog, Fonds | Keine Kommentare

Wie Sie einen Investmentfonds günstig (ein)kaufen

Sind Sie dabei? Der Aufschwung an den Börsen dauert nun schon fast sechs Jahre. Eine Triebfeder der langanhaltenden Rally ist die ultra-lockere Geldpolitik der EZB. Diese lässt vermuten, dass Aktien auch mittelfristig weiter steigen.

Gleichzeitig befindet sich das Zinsniveau auf einem historischen Tiefstand. Das hat zur Folge, dass Ihr Geld auf Sparkonten täglich an Wert verliert. Auf der Suche nach positiver realer Rendite führt demnach kein Weg an Aktieninvestments vorbei.

Doch viele haben weder die Zeit noch die Erfahrung oder auch das Interesse ein Depot aus Einzelaktien zusammenzustellen und zu überwachen? Eine Alternative ist die Investition in Investmentfonds. Auch als Fondsbesitzer besitzen sie eine Vielzahl von Aktien und sind direkt am Erfolg der dahinterstehenden Unternehmen beteiligt.

Bei dem Kauf von Fondsanteilen sollten Sie jedoch die Kosten genau im Blick haben. Hohe Kosten beim Einkauf reduzieren die erzielbare Rendite. Wie Sie die Gebühren beim Fondskauf so niedrig wie möglich halten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Wahl des richtigen Orderweges ist wichtig

Grundsätzlich können Fondsanteile auf zwei Wegen geordert werden:

  1. Direkt über die Kapitalanlagegesellschaft (KAG) oder
  2. über einen der verschiedenen Börsenplätze, an dem die Fondsanteile gehandelt werden.

 

Der klassische Weg über die Kapitalanlagegesellschaft (KAG)

Die Kapitalanlagegesellschaft (KAG), auch Investmentgesellschaft genannt, ist das Unternehmen, was den Fonds auflegt. Die KAG sammelt das Geld von Anlegern ein, um es nach eigenen Vorgaben in unterschiedliche Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien zu investieren. 

Ordern Sie die Fondsanteile über die KAG, fallen in der Regel keine Ordergebühren an. Dafür wird in den meisten Fällen ein so genannter Ausgabeaufschlag erhoben. Mit diesem sollen die Vertriebs- und Verwaltungskosten des Fonds gedeckt werden.

Wie wird der Ausgabeaufschlag berechnet?

Ein Wert eines Fondsanteils setzt sich aus dem

  • Ausgabepreis sowie dem
  • Rücknahmepreis zusammen.

Die prozentuale Differenz ist der Ausgabeaufschlag. Er fällt in der Regel beim Kauf an und wird in Form eines festen Prozentsatzes erhoben.

Bei der so genannten Nettomethode wird der Ausgabeaufschlag auf den Rücknahmepreis berechnet. Diese Methode ist bei den meisten Investmentgesellschaften üblich. Einzelne Anbieter berechnen den Ausgabeaufschlag auf den höheren Ausgabepreis in Form der so genannten Bruttomethode.

Ein Beispiel: Sie möchten für 1.000 Euro Investmentanteile über die KAG ordern. Der Ausgabeaufschlag beträgt fünf Prozent.

Nach der Nettomethode erhalten Sie Fondsanteile in Höhe von:

  • 952,38 Euro (1.000 Euro / 1,05).

Der Ausgabeaufschlag beträgt:

  • 47, 62 Euro (1.000 Euro – 952,38 Euro).  

Ein Investment von 1.000 Euro in Fonds verursacht Kosten in Höhe von 47,62 Euro bzw. 4,76 %. Diese knapp fünf Prozent muss der Fonds erst einmal  performen, so dass ihr Investment wieder im Plus ist.

Bei Online-Brokern gibt es einen Discount auf den Ausgabeaufschlag

Wie oben schon erwähnt ist der Ausgabeaufschlag dazu da, die Betriebskosten eines Fonds zu decken. Die größten Betriebskosten eines Fonds entstehen im Vertrieb. Viele Finanzberater sind damit beschäftigt, den Investmentfonds zu vermitteln. Deswegen geht der Großteil des Ausgabeaufschlags nicht an die Fondsgesellschaft, sondern an einen Berater.

Kunden von Online-Brokern werden in der Regel nicht beraten. Sie verzichten auf die Beratung und nehmen ihre Investitionen selbst in die Hand. So ist es Online-Brokern möglich auf eine Vielzahl von Fonds einen satten Discount anzubieten.

Aus diesem Grund ist bei vielen etablierten Brokern wie Consorsbank, comdirect oder DAB Bank der Ausgabeaufschlag um die Hälfte reduziert. Für manche Fonds wird gar kein Ausgabeaufschlag verlangt. 

Wollen Sie Fondsanteile über die KAG ordern und sind Kunde eines guten Online-Brokers, können Sie demnach viel Geld sparen. Vergleichen Sie vor dem Kauf den Ausgabeaufschlag des gewünschten Fonds bei den verschiedenen Brokern.

Ein Nachteil: Der exakte (KAG)-Preis ist vor dem Kauf nicht bekannt

Der Wert eines Fondsanteils wird von der jeweiligen Fondsgesellschaft nur einmal am Tag, meistens um die Mittagzeit, berechnet. Dazu werden die aktuellen Kurse für alle im Fonds enthaltenen Wertpapiere addiert. Unter Beachtung der Barreserve sowie den laufenden Kosten ergibt sich der so genannte „net asset Value“, kurz NAV.

Wird der NAV durch die ausgegebenen Fondsanteile geteilt, ergibt sich der Rücknahmepreis. Der um den Ausgabeaufschlag erhöhte Rücknahmepreis ergibt dann den Ausgabepreis.

Bedingt durch die täglich einmalige Berechnung ist zum Zeitpunkt der Orderaufgabe der exakte Wert des Fonds noch nicht bekannt. Ihre offene Order wird erst nach der letzten Preisfeststellung ausgeführt.

Der alternative Weg: Der Fondskauf über die Börse

War es bis vor wenigen Jahren noch üblich Fonds über die KAG zu ordern hat sich ein alternativer Weg – der Kauf von Fondsanteilen über die Börse – etabliert.

Zwar sind noch nicht alle, jedoch die meisten in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Fonds an den Börsen gelistet.

Für alle Fonds, die Sie über die Börse kaufen, werden Kurse während der Börsenöffnungszeiten fortlaufend gestellt.

Was kostet der Kauf eines Fonds über die Börse?

Für den Kauf über die Börse fällt kein Ausgabeaufschlag an. Stattdessen wird hier der so genannte Spread, d.h. die Differenz zwischen Ausgabepreis und Rücknahmepreis eines Fondsanteils fällig.

  • Spread = Ankaufskurs minus Verkaufskurs

Dazu addieren sich die typischen Ordergebühren des jeweiligen Online-Brokers. Wie hoch die Ordergebühren der einzelnen Online-Broker sind, erfahren Sie im Online-Broker-Vergleich.

Die 7 wesentlichen Vorteile für den Fondskauf über die Börse

Der Börsenhandel von Fonds bietet einige Vorteile:

  1. Lange Handelszeiten von 08:00 – 23:00 Uhr (abhängig vom Börsenplatz).
  2. Der Preis der Fondsanteile wird während der Handelszeiten realtime veröffentlicht.
  3. Alle gängigen Ordertypen (z.B. Limits) können verwendet werden.
  4. Unabhängigkeit von der Hausbank (mit eingeschränktem Fondsangebot).
  5. Der Ausgabeaufschlag wird gespart.
  6. Die meisten Börsenplätze garantieren einen maximalen Spread.
  7. Ein garantiertes Verkaufsvolumen (abhängig vom Börsenplatz).

Die deutschen Börsenplätze für den Fondskauf im Vergleich

Nachfolgend erfahren Sie die wesentlichen Kriterien für die Auswahl eines geeigneten Börsenplatzes für den Kauf von Investmentfondsanteilen.

Börsenplatz Handelszeiten handelbare Fonds Börsenkosten
Börse Berlin 8-20 Uhr ca. 3.400 ja
Börse Düsseldorf 8-20 Uhr ca. 3.300 ja
Tradegate Exchange 8-20 Uhr ca. 1.800 nein
Börse Frankfurt 8-20 Uhr ca. 3.000 ja
Börse Hamburg 8-20 Uhr ca. 800 ja
Börse München 8-20 Uhr ca. 700 ja
Quotrix 8-23 Uhr ca. 300 nein

Fazit

KAG versus Börsenhandel – Was ist der günstigste Weg für den Fondskauf?

Ein direkter Vergleich ist aufgrund der beschriebenen unterschiedlichen Kostenfaktoren schwierig.

Generell kann jedoch festgehalten werden:

Je höher das gewünschte Ordervolumen, desto günstiger sind Fondskäufe über die Börse.

Wird der Ausgabeaufschlag nicht rabattiert können sich Fondskäufe über die Börse auch bei geringerem Volumen schon als günstiger erweisen.

Unabhängig von der Orderart sollten Sie bei einem Fondsinvestment unbedingt auch auf die laufenden Kosten achten.

Ein letzter Tipp: Deutlich günstiger als die beschriebenen aktiv gemanagten Fonds sind börsengehandelte Fonds. Welche Vorteile die so genannten Exchange Traded Funds, kurz ETFs bieten und wie Sie mit ETFs eine kostengünstige Anlagestrategie aufbauen, erfahren Sie hier im Brokervergleich.de Blog.

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