Autor: Konrad Feldschmid | Blog, ETFs | Keine Kommentare

ETF-Sparpläne – Vermögen optimieren, Rentenlücke schließen

In unserem Blog haben wir uns bereits damit beschäftigt, was ETFs sind und wie sich mit ihnen handeln lässt. Wir haben die Unterschiede besprochen und sind der Frage nachgegangen, wie es mit dem Anlegerschutz aussieht.

In diesem Beitrag gehen wir näher auf die Chancen ein, die eine Investition in ETFs bietet. Wie lässt sich mit ihrer Hilfe das Vermögen optimieren. Auch beleuchten wir die Frage, ob sich ETFs für die Altersvorsorge eignen.

ETFs und Altersvorsorge – geht das zusammen?

Wie in unseren bisherigen Beiträgen zum Thema Indexfonds deutlich wurde, handelt es sich bei dieser Anlageklasse um ein hoch rentables und langfristig erfolgreiches Investment. Eignen sich ETFs aber auch beispielsweise für die private Altersvorsorge und zur Schließung der Rentenlücke?

Die Antwort lautet ganz klar „Ja“, setzt aber voraus, dass einige Dinge beachtet werden, um eine optimale Versorgung im Alter zu erreichen.

  • ETFs können bei vielen Online-Brokern auch in Form eines Sparplans erworben werden. Damit bauen Anleger über einen längeren Zeitraum auch mit kleineren Beträgen beachtliche Anlagevolumina auf.
  • Broker ist nicht gleich Broker, die Kosten spielen bei einem ETF-Sparplan, wie bei allen anderen Investments auch, eine entscheidende Rolle. Wichtig ist es daher, einen Broker zu wählen, der möglichst keine Depotverwaltungsgebühr verlangt.
  • ETFs werden über die Börse erworben. Bezüglich der Transaktionskosten bestehen ebenfalls signifikante Unterschiede zwischen den Brokern – ein Vergleich hilft, die günstigsten Anbieter zu finden.
  • Viele Online-Broker und Direktbanken bieten ausgewählte ETF-Sparpläne zu Vorzugskonditionen an. Wer hier sorgfältig recherchiert, kann noch einmal erhebliche Einsparungen erzielen.

Core ETFs und Sparpläne als Anlagestrategie

In unserem Beitrag zu den Anlagestrategien bei ETFs haben wir darauf hingewiesen, wie wichtig eine individuelle Strategie ist. Dies gilt nicht nur für Einmalanlagen, sondern auch für einen Sparplan. Gerade langfristige Investments für den Aufbau einer Altersversorgung sollten auf sehr soliden Füßen stehen.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, zur Schließung der Rentenlücke vorzugsweise in Core-ETFs zu investieren. Soll die Altersvorsorge durch verschiedene Sparpläne in unterschiedliche Indexfonds erfolgen, empfiehlt sich auch in diesem Fall die Core-Satellite Strategie. Hier spielt die höhere Volatilität der Satelliten-Fonds dem Anleger sogar noch in die Hände.

ETFs unterliegen Kursschwankungen. Wer jeden Monat einen festen Betrag anlegt, erwirbt je nach Entwicklung der Börse mal mehr, mal weniger Anteile an einem ETF. Langfristig kennen die Börsen, wie unser Diagramm zeigt, nur einen Weg: nach oben. Die Daten zeigen, dass sich sowohl der Dax als auch der Dow Jones und der S&P 500 seit den 50er Jahren positiv entwickeln. Gelegentliche Einbrüche täuschen nicht über die Gesamttendenz hinweg.

Quellen:

  • comdirect

Quellen: Börse.de / comdirect

Wer nun während der Dauer von 20 oder mehr Jahren auch bei sinkenden Indizes konsequent immer für den gleichen Gegenwert Anteile kauft, profitiert zwangsläufig am Ende vom Kursanstieg der zu niedrigeren Kursen erworbenen Fondsanteile, da er am Ende über mehr Anteile verfügt, als wenn er immer eine bestimmte Menge Anteile zu einem variierenden Preis gekauft hätte.

Ein Beispiel für den Cost-Average-Effekt bei Sparplänen

Monat Preis für einen Anteil Kauf von 5 Anteilen Sparplan mit 100 Euro
Mai 10 Euro 50 Euro 10 Anteile
Juni 15 Euro 75 Euro 6 2/3 Anteile
Juli 20 Euro 100 Euro 5 Anteile
August 25 Euro 125 Euro 4 Anteile
September 30 Euro 150 Euro 3 1/3 Anteile
Investiertes Kapital   500 Euro 500 Euro
Gekaufte Anteile   25 Anteile 28 Anteile

Auch wenn der Durchschnittskosteneffekt verlockend aussieht, sollte der Schwerpunkt bei der Altersvorsorge auf den Core-ETFs basieren – mit der Rente spielt man nicht. Ein wiederholter Blick auf unser Diagramm zeigt, dass die großen Titel, sprich Aktien in Indizes wie dem DAX  oder dem Dow Jones, am krisenresistentesten sind.

Wer über verschiedene ETF-Sparpläne einen Vermögensaufbau betreiben möchte und die Anlage diversifizieren will, sollte sich für einen Broker entscheiden, der Sparpläne für möglichst geringe Sparbeiträge ermöglicht. Einige Anbieter ermöglichen ETF-Sparpläne bereits ab einer Größenordnung von 25 Euro im Monat. Entscheidend bei der Brokerwahl ist natürlich auch die Auswahl der sparplanfähigen ETFs.

Die Rente steht vor der Tür – und jetzt?

Um es noch einmal zu betonen, Aktien, und damit auch die Indizes, sind volatil – einige mehr, andere weniger. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es sinnvoll ist, fünf Jahre vor dem Erreichen des geplanten Endes des Sparplans damit zu beginnen, sukzessive umzuschichten. Umschichten bedeutet zum einen, die laufenden Sparraten in weniger volatile ETFs einzuzahlen, zum anderen, die bereits erworbenen Anteile der Satelliten-ETFs in Anteile von CORE-ETFs zu tauschen. Bei einer Vorlaufzeit von fünf Jahren ist ein Tausch in 20 Tranchen, alle drei Monate eine Tranche, sinnvoll. Um größtmögliche Sicherheit zu erzielen, sollten nicht nur die Satelliten-Fonds, sondern auch die CORE-Fonds zu einem gewissen Teil in ETFs basierend auf Anleihen getauscht werden.

Fazit

ETF-Sparpläne sind langfristig lukrativer als Sparpläne mit klassischen Fonds. Die Unterschiede haben wir in den vorhergehenden Beiträgen aufgezeigt. Sparpläne mit Indexfonds eignen sich hervorragend auch zur Altersvorsorge, allerdings sollten besondere Aspekte berücksichtigt werden. Dazu zählt zum einen die Auswahl eines günstigen Brokers, zum anderen die Anlagestrategie und zum Dritten das Umschichten in weniger volatile Fonds.


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